Vertreter des Europarats besuchen Kurdenführer Öcalan

17. Februar 2003, 19:16
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Elfwöchige Isolation des Gefangenen beendet

Istanbul - Vertreter des Europarats haben am Montag Abdullah Öcalan im Gefängnis besucht und damit die elfwöchige Isolation des Kurdenführers beendet. Die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, die Delegation des Komitees zur Folterprävention sei mit einem Hubschrauber auf die Insel Imrali gebracht worden und habe dort mit Öcalan gesprochen. Die türkischen Behörden hatten seit Ende November Besuche auf der Insel mit dem Verweis auf das schlechte Wetter untersagt.

Dutzende Kurden in ganz Europa traten daraufhin in den Hungerstreik und forderten das Ende der Isolation Öcalans. Der Kurdenführer ist der einzige Häftlinge auf Imrali. Sein Anwalt Dogan Erbas erklärte, er hoffe, der Besuch vom Montag bedeute, dass auch er wieder Zugang zu seinem Mandanten bekomme. Die Isolation bezeichnete er als Verletzung der Menschenrechte.

Öcalan verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe. Er soll den 15-jährigen Aufstand der Kurden gegen die Türkei angeführt haben, der rund 37.000 Menschen das Leben kostete. Die kurdische Rebellengruppe KADEK, die frühere PKK, hatte in der vergangenen Woche alle Kurden aufgefordert, sich auf einen Krieg vorzubereiten. Die KADEK fürchtet, dass die Türkei im Fall eines Irak-Kriegs ihre Stützpunkte im Norden Iraks auslöscht, auf die sich die Rebellen nach der Ausrufung eines einseitigen Waffenstillstands 1999 zurückgezogen hatten. (APA/AP)

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