"Energische Maßnahmen" gegen albanische Extremisten

18. Februar 2003, 09:51
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Serbiens Premier Djindjic will "keine Kompromisse mit dem Terrorismus" - Mit Infografik

Belgrad/Bujanovac - "Wir sind keine Terroristen", war die lautstarke Botschaft von Tausenden Albanern, die letzte Woche in Bujanovac gegen die "wachsende Repression" serbischer Sicherheitskräfte demonstrierten. Nahezu alle albanischen Parteien im mehrheitlich von Albanern bewohnten Südserbien organisierten diese Kundgebung. Albanische Politiker forderten den Rückzug serbischer Streitkräfte und bezeichneten Südserbien als "Ostkosovo" - eine Anspielung auf das Referendum, in dem die albanische Bevölkerung in Südserbien für eine Angliederung an den "unabhängigen" Kosovo gestimmt hatte.

Die Demonstranten forderten die Freiheit von sieben inhaftierten Albanern, die unter Verdacht stehen, ihren Landsmann Selver Fazliu, ein Mitglied des serbischen Staatssicherheitsdienstes (BIA), ermordet zu haben.

"Terroristische Tätigkeit und illegaler Waffenbesitz" lautet die Anklage gegen die sieben ehemaligen Mitglieder der offiziell aufgelösten albanischen "Befreiungsarmee von Presevo, Medvedja und Bujanovac" (OVMPB). Politische Vertreter der Albaner protestierten gegen die breit angelegten Hausdurchsuchungen der serbischen Gendarmerie. "Mit Terrorismus könne man keine Kompromisse machen", verkündete im Gegenzug Serbiens Premier Zoran Djindjic und kündigte "energische Maßnahmen" gegen extremistische, bewaffnete Gruppen an. Nach dem Ende der Kriegshandlungen sollen sich in Südserbien, dem Kosovo und Mazedonien immer noch eine "enorme" Anzahl von illegalen Feuerwaffen und "organisierte, bewaffnete albanische Gruppen" befinden.

Vor Befreiungskampf

Ein "Befreiungskampf" der Albaner in Serbien, Montenegro und Mazedonien stehe erst bevor, erklärte Valdet Valdari, Führer der "Front für die nationale Vereinigung der Albaner". Nach dem Ende des Krieges hätten Albaner nichts erreicht, sie lebten nach wie vor zerstreut in vier Staaten und würden "ausgebeutet". Das Parlament des Kosovo verkündete unterdessen eine Resolution über die Unabhängigkeit der Provinz.

Daraufhin einigten sich Nebojsa Covic, Koordinator der serbischen Regierung für Südserbien und den Kosovo, und Mazedoniens Innenminister, Vlade Buckovski, in Zukunft gemeinsam den "albanischen Terrorismus" zu bekämpfen. Man beklagte ungenügende "Kooperation" der im Kosovo stationierten internationalen Friedenstruppe Kfor und der UNO-Zivilverwaltung. (DER STANDARD, Printausgabe, 18.2.2003, Andrej Ivanji)

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