Frühjahr und Westenthaler

17. Februar 2003, 19:26
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Ab Samstag wieder viele Spiele und ein neuer Vorstand

Wien - Der in der Bundesliga organisierte Profifußball Österreichs bietet ab Samstag wieder ein Programm, gegen Ende der Woche wird entschieden, ob Schnee und Kälte zu Spielabsagen führen. Die Zuschauerzahlen in den Stadien stiegen im Herbst nicht gerade, was der Ligavorstand Thomas Kornhoff mit dem Wegfall des FC Tirols begründet. Kornhoff: "Die Austria als Tabellenführer zieht weniger Menschen an." Übrigens ist die Austria, der Klub des Ligapräsidenten Frank Stronach, in einer Liste mit den "Einsatzminuten der Österreicher" Letzter, Erster ist Ried.

Die Liga kann immerhin anführen, dass sie 2002 mit 445 ORF-Stunden die mit Abstand größte TV-Präsenz aufwies, vor Tennis (194), Ski Alpin (192) und Formel 1 (167). Die Quoten erhöhten sich bei der Sendung "Fußball" um 20 Prozent, bei den Live-Spielen um 0,3 Prozent. Kumulierte Zuschauerzahl: 311 Millionen, dem Bewerbssponsor T-Mobile wurde ein Werbewert von 8,1 Millionen Euro erbracht. Der durchschnittliche Werbewert der Klub-Hauptsponsoren betrug im Herbst 2,1 Millionen €. Die Samstag-Spiele beginnen um 15.30 Uhr, auch das Premiere-Live-Spiel, der ORF-Live-Termin am Sonntag bleibt um 16.30 Uhr.

Ebenso felsenfest ist Peter Westenthalers Job als zweiter Vorstand der Liga, er selbst beschreibt seine Tätigkeit zwar als "Marketing und Lobbying", doch er drängt von Anfang an in Bereiche wie das Nachwuchsprojekt JUNO (wo er als "Experte"? ein Mitglied der Arbeitsgruppe ist?), für die er nach eigenen Angaben gar nicht zuständig ist. Andererseits ist es wohl einzigartig, dass der Chef sich als Lobbyist des Unternehmens bezeichnet, eine Job-Beschreibung, die wohl jeden Lobbyisten auf der Welt mit Befremden erfüllen würde.

Westenthaler hat sich fünf Ziele gesetzt, neben dem Dauerbrenner Jugendförderung (dem auch die Schnapsidee JUNO dienen soll) und Liga-Service-Verbesserung steht die wirtschaftliche Gesundung der Klubs und die Kommunikation in der Liga. Unter Merchandising führte Westenthaler seltsamerweise die Neuverhandlung des 2004 ablaufenden TV-Vertrages an, den allerdings bis 2007 die Sportrechteagentur ISPR per Option (zumindest in Teilen) verlängern kann.

Die Schaffung einer neuen Begeisterung für den Fußball beginnt Westenthaler sinnigerweise in Kärnten bei Jörg Haiders Verein. Die überragenden Tschechen (2:0 in Frankreich) will er auch studiert haben: das tut der ÖFB bereits. Soviel zur Kommunikation. (josko)

(DER STANDARD, PRINTAUSGABE 18.2. 2002)

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