Elf Bankchefs vor Einvernahme

17. Februar 2003, 18:44
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Kein Vertreter der Nationalbank auf Liste der Beschuldigten - Drei Vertreter der Hypo-Niederösterreich im Visier der Staatsanwälte

Wien - Die Staatsanwaltschaft will elf österreichische Bank-Generaldirektoren im Zug ihrer Vorerhebungen wegen des Verdachts von verbotenen Kartellabsprachen vernehmen, berichtet die Tageszeitung "Die Presse" in ihrer Dienstag-Ausgabe. Die Geladenen sind laut Bericht Erste Bank-Chef Andreas Treichl, RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner, der Chef der RLB NÖ-Wien, Peter Püspök, BA-CA-General Gerhard Randa, Bawag-Chef Helmut Elsner, der früher P.S.K.-Boss Max Kothbauer, der ehemalige Generaldirektor der ÖVAG, Robert Mädl, sowie gleich drei Vertreter her Hypo-Niederösterreich (Erich Zeilinger, Wilhelm Miklas und Werner Schmitzer) sowie der ehemalige Chef der RLB NÖ-Wien, Hans Windbichler.

Nicht auf der Liste sollen sich Vertreter der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) befinden, obwohl der Lombard-Klubs unter Vorsitz des jeweiligen OeNB-Chefs tagte. Auch der ehemalige CA-Chef Erich Hampel solle nicht einvernommen werden. Lediglich Bawag-Chef Elsner hat die Ladung bisher übermittelt bekommen.

Die Staatsanwaltschaft war nach einer Anzeige gegen die Banker aus der Kanzlei von Huberta Gheneff-Fürst tätig geworden, der ehemaligen Partnerin von Justizminister Dieter Böhmdorfer (F). Die Anzeige wirft den Beschuldigten Kartellmissbrauch im Rahmen des "Lombard-Klubs" vor, in dem die Banker angeblich Konditionen abgesprochen haben. Die Justiz führt nach der Strafanzeige nun Vorerhebungen durch. (APA)

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