Afghanistan: Provinz lässt Video-Salons schließen

17. Februar 2003, 18:42
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"Obszöne" Filme aus dem Westen und Indien sollen nicht verbreitet werden

Kabul - Eine Provinz im Norden Afghanistans hat am Montag die Schließung von Video-Salons angeordnet, nachdem Beschwerden über dort vorgeführte angeblich "obszöne Filme" laut geworden waren. Die Filme stünden im Widerspruch zur Kultur des Landes und zu seinen islamischen Traditionen, hieß es in dem im afghanischen Fernsehen verkündeten Verbot der Provinz Kundus.

"Eine Reihe von verantwortungslosen Menschen ermutigt mit dem Zeigen obszöner Filme Jugendliche zu unmoralischen Handlungen", hieß es weiter. In den Video-Salons wurden vor allem Filme aus Indien und westlichen Ländern vorgeführt, die unter anderem Gewaltszenen und leicht bekleidete Frauen zeigten.

Videosalons nach Taliban-Sturz wieder geöffnet

Die Video-Salons hatten sich nach dem Sturz des radikal-islamischen Taliban-Regimes in Afghanistan Ende 2001 wieder etabliert. Während ihrer Herrschaft hatten die Taliban Videofilme ebenso wie Musik, Kino und Fernsehen verboten. Bereits im vergangenen Monat waren Kabel-TV-Anstalten in der Stadt Dschalalabad sowie in der Landeshauptstadt Kabul geschlossen worden, weil diese angeblich nicht mit dem Islam zu vereinbarende Inhalte gesendet haben sollen. (APA/Reuters)

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