Iran: USA lieferten gefährliche Chemikalien und tödliche Viren an den Irak

17. Februar 2003, 17:44
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Unterstützung für Saddam Hussein - Schadenersatz für zerstörte Ölanlagen gefordert

Den Haag - Die Vereinigten Staaten sind am Montag vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag beschuldigt worden, Ende der 80er Jahre dem Irak gefährliche Chemikalien und tödliche Viren für die Kriegsführung geliefert zu haben. Washington habe damit und auf andere Weise den Irak im Krieg gegen den Iran unterstützt, erklärte der Vertreter Irans zu Beginn der mündlichen Verhandlung in der Klage Teherans gegen die USA. Darin fordert der Iran die Verurteilung der USA und Schadenersatz für die Zerstörung von drei Ölplattformen im Persischen Golf 1987 und 1988.

Die USA könnten die Zerstörung nicht bestreiten, betonte Mohamat Zahedin-Labbaf als Sprecher der iranischen Delegation. Die US-Darstellung, dass es sich um eine Verteidigung gegen Raketenangriffe des Irans auf Schiffe unter US-Flagge gehandelt habe, sei nicht stichhaltig, erklärte er. Die USA hätten auf jeden Fall gegen den Freundschaftsvertrag verstoßen, den beide Länder 1955 geschlossen hatten. Dieser Vertrag bildet für das oberste Gericht der Vereinten Nationen nach einer Entscheidung von 1996 die Rechtsgrundlage für das Verfahren. In den nächsten drei Wochen können beide Delegationen ausführlich ihre Standpunkte darlegen. (APA/dpa)

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