"Observer": USA wollen deutschen "Verrat" bestrafen

17. Februar 2003, 16:53
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Angeblich Ausschluss deutscher Unternehmen aus Rüstungszusammenarbeit geplant

London - Die USA wollen angesichts der verweigerten Gefolgschaft im Irak-Konflikt einem Bericht des britischen "Observer" zufolge an Deutschland ein Exempel statuieren und deutsche Unternehmen von der Rüstungszusammenarbeit ausschließen. Darüber hinaus sei geplant, alle militärischen Stützpunkte in Deutschland zu schließen und die US-Truppen in Ländern wie Polen oder Estland zu stationieren, schreibt die Zeitung auf ihrer Hompage am Montag.

Der von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld initiierte Plan sei in der vergangenen Woche bereits zwischen Beamten des Pentagons und Militärs diskutiert worden und habe das Ziel, Deutschland wegen des "Verrats" des deutschen Bundeskanzler Schröder zu "schaden", zitiert der "Observer" eine nicht näher genannte Quelle. Die US-Truppen in Deutschland gäben viele Millionen US-Dollar aus, weshalb sich die Frage stelle, warum man ein Land, das die NATO und den jahrzehntelangen Schutz durch die USA in unglaublicher Art und Weise missachte, weiterhin unterstützen soll.

US-Außenministerium skeptisch

Allerdings hätten sich andere US-Behörden wie etwa das Außenministerium von dem Pentagon-Plan und der von Mitarbeitern Rumsfelds verwendeten Sprache schockiert gezeigt, schreibt der "Observer" weiter. Dieses Vorhaben werde den Anti-Amerikanismus weiter vertiefen und stoße andere europäische Länder, die einer Kriegsresolution im Weltsicherheitsrat zustimmen könnten, vor den Kopf. (APA/vwd)

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