Konto-Überziehung: AK begrüßt EU-Vorstoß

17. Februar 2003, 16:16
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Kredit-Richtlinie bringe mehr Schutz für die Verbraucher - "Aufregung der Banken nicht nachvollziehbar"

Wien - Die Arbeiterkammer (AK) begrüßt die von der EU geplanten Maßnahmen in einer Novelle zur Verbraucherkreditrichtlinie, die noch heuer beschlossen werden soll. Der Richtlinienentwurf bedeute mehr Schutz und bessere Informationen für die Konsumenten, meint AK-Konsumentenschützer Harald Glatz. "Nicht nachvollziehbar" sei daher die Kritik des Österreichischen Sparkassenverbandes, der die Richtlinie heute als "überzogen" bezeichnet hatte.

Der Sparkassenverband habe die Auswirkungen der neuen Richtlinie auf Überziehungs- und Fremdwährungskredite "unnötig drastisch dargestellt". Laut Entwurf müssen Kreditinstitute bei der Vergabe von Krediten künftig stärker als bisher die Zahlungsfähigkeit der Kunden überprüfen und darauf schauen, dass die Konsumenten im Zusammenhang mit der Aufnahme von Krediten nicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Die Sparkassen-Kritik, wonach die Richtlinie ein "Todesstoß für jede kurzfristige Kontoüberziehung" sei, bezeichnet Glatz als unrichtig. Laut Entwurf müssen die Konsumenten bei Überschreitung des eingeräumten Überziehungsrahmens schriftlich informiert werden, dass dies der Fall sei. "Eine Maßnahme, die dringend notwendig ist", meint man bei der AK. Aus der AK-Konsumentenberatung seien Fälle bekannt, in denen Konsumenten über die Überziehung des Rahmens nicht informiert wurden und die Bank ohne Wissen der Konsumenten die Überweisungen eingestellt habe.

Auch den vorgesehenen verpflichtenden Abschluss einer Lebensversicherung bei Aufnahme eines endfälligen Fremdwährungskredits hält die Arbeiterkammer für "zweckmäßig". Eine solche Absicherung ermögliche letztlich eine vollständige Tilgung des Kredites. Für den Kunden minimiere sich damit das Risiko größere Summen durch Kursänderungen zu verlieren.

Den Beifall der AK findet auch die Regelung, dass Kunden künftig innerhalb von 14 Tagen den Darlehensvertrag widerrufen können. Zudem sei es gut, dass die Banken im Vorfeld der Kreditvergabe den Vermögensstatus der Konsumenten erheben müssen. Damit steige die Sicherheit für Konsumenten. Verantwortungsvolle Kreditinstitute würden dies ja jetzt schon in Form von Anfragen beim Kreditschutzverband sowie durch das "Kreditscoring" durchführen, sagte Glatz. (APA)

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