Kirch-TV: Power Ranger gegen Bauer Heinrich

17. Februar 2003, 22:38
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Abverkauf von ProSieben, Sat.1, Kabel 1 geht in die entscheidende Phase - US-Milliardär Saban wollte im Endspurt Verleger Bauer ausstechen

Monatelang verhandelten die Konkursverwalter des Medienimperiums von Leo Kirch exklusiv mit Heinrich Bauer über den Verkauf des TV-Konzerns um ProSieben, Sat.1, Kabel 1, DSF, N24 samt Kirchschem Rechtehandel. Gesamtvolumen: zwei Milliarden Euro. Finanzpartner Bauers ist Kirch-Gläubiger HypoVereinsbank, Mutter der Bank Austria Creditanstalt.

"Deutlich weniger Geld"

Doch Haim Saban, dessen erstes Gebot im Vorjahr ausgeschieden wurde, wollte das in Tagen noch einmal aufholen. Saban war schon Bassgitarrist, Bandmanager, Konzertveranstalter, machte später Geld mit Soundtracks für Trickfilme und Serien ("Dallas") sowie TV-Rechten ("Power Rangers"). Und richtiges Geld - 1,5 Milliarden Dollar - dann 1995, als er den mit Medienmulti Rupert Murdoch aufgebauten Kinderkanal Fox Kids an Disney verkaufte. Montag ließen beteiligte Banken ein Treffen mit Saban allerdings platzen: wegen "deutlich weniger Geld", als Bauer bietet, sagten Insider; andere nannten sein Angebot "höher, aber konzeptionell schwächer".

Bis Ende Februar soll entschieden sein, nun gilt Bauer wieder deutlicher als Favorit. Bis Mittwoch könnte Saban aber noch nachbessern.

Von seinen 31,5 Prozent an RTL 2 müsste sich Bauer trennen, wenn er die Kirch-Sender bekommt, forderte schon das deutsche Kartellamt. Problemzone zwei: Der Verleger - "TV-Movie", "Bravo", "praline" - hat bei Programmzeitschriften 56 Prozent Marktanteil und könnte so seine Sender prächtig promoten. (fid, AP/DER STANDARD, Printausgabe, 18.2.2003)

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