"Hitlerisierung" an britischen Schulen?

19. Februar 2003, 11:35
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Studie: Kinder lernen mehr über Nazi-Deutschland als über alle anderen historischen Ereignisse zusammen - einschließlich britischer Geschichte ...

London - Britische Schulkinder lernen im Geschichtsunterricht "zu viel" über Hitler-Deutschland. Eine Auswertung sämtlicher Lehrpläne der Oberstufe des vergangenen Schuljahres hat ergeben, dass britische Schüler mehr über den deutschen Nationalsozialismus erfahren als über alle anderen historischen Ereignisse zusammen - einschließlich britischer Geschichte. Die Untersuchung der Schulaufsichtsbehörde, über die die Zeitung "The Independent" am Montag berichtete, warnte vor einer "Hitlerisierung" des Unterrichts.

Das Thema werde zu breit behandelt und zu häufig wiederholt, klagt die Behörde. Kinder würden ein schiefes Geschichtsbild entwickeln. Der Bericht bestätigt Klagen von Historikern wie auch des britischen Thronfolgers. Prinz Charles höchstpersönlich hatte kürzlich die Änderung des "beschränkten und beschnittenen" Lehrplans gefordert.

Historiker äußern seit langem Bedenken und fordern, dass Kinder mehr über britische Geschichte erfahren müssten: "Zu wenig Kinder wissen, welcher König die Throne von England und Schottland vereinigt hat oder wer Nelson war", sagte einer. Ein anderer sprach sich dafür aus, lieber gar keine Geschichte zu unterrichten als mit dem heutigen Lehrplan fortzufahren, denn dieser bestehe nur aus "Hitler und den Henrys."(APA/dpa)

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    montage: derstandard.at
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