KH Klosterneuburg: Erstmals Kreuzband mittels Computer operiert

17. Februar 2003, 13:11
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Mehr Genauigkeit bei Eingriff - Knie fast 100 Prozent im ursprünglichen Zustand

Im Krankenhaus Klosterneuburg soll nach eigenen Angaben erstmals bei einer Operation eines Kreuzbandtransplantats mit Computerunterstützung gearbeitet worden sein. Die neue Methode soll mittels Rechnernavigation für mehr Genauigkeit sorgen. Zudem freut sich der Patient über mehr Stabilität und Beweglichkeit in seinem Gelenk. Das Knie könne fast zu 100 Prozent wieder in den ursprünglichen Zustand gebracht werden, erklärte Unfallchirurg und Sportarzt Dr. Peter Valentin.

Eine mit dem Rechner verbundene Infrarotkamera empfängt über zwei fix am Bein angebrachte und einen mobilen Sensor Daten über die Position des Gelenkes, hieß es heute, Montag, in einer Aussendung. Bisher hatte ein Chirurg mit der Arthroskopie nur ein zweidimensionales, durch eine Weitwinkeloptik vergrößertes, aber verzerrtes Bild am Monitor.

Valentin führte die Operation durch. "Bisher konnte sich ein Chirurg nur an den Resten des gerissenen oder nicht mehr vorhandenen Kreuzbandes orientieren. Deren Grundflächen sind allerdings nicht ident mit dem Durchmesser des Transplantats", erklärte der Arzt. Der Operateur musste sich auf seine Erfahrung verlassen. Mit dem neuen Navigationssystem werde jedoch auf Zehntel Millimeter genau die optimale Position der Bohrkanäle und somit der ideale Verlauf des Kreuzbandersatzes berechnet.

Einen solchen computerunterstützten Eingriff führte Valentin bereits zum fünften Mal durch. Bis Ende März sind noch sieben weitere Operationen geplant. Kreuzbandrisse haben in den vergangenen Jahren rasant zugenommen. Waren es 1992 noch 3.000, wurden im Vorjahr bereits über 4.000 Kreuzbandrisse operiert. (APA)

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