UN-Inspektoren durchsuchen Rüstungsfabriken

17. Februar 2003, 22:35
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Raketen-Wissenschafter befragt

Bagdad - UNO-Waffeninspektoren haben am Montag zum zweiten Mal einen irakischen Ingenieur zur Nutzung von Aluminiumröhren befragt, die nach Auffassung der USA für die Entwicklung von Atomwaffen verwendet wurden. Der hochrangige Ingenieur sei am Erwerb der 81-Millimeter-Röhren beteiligt gewesen, sagte ein UNO-Sprecher in Bagdad. Er sei "vertraulich" befragt worden.

Der Sprecher sagte nicht, ob der Wissenschafter derselbe war, der bereits am vergangenen Donnerstag zu den Röhren befragt worden war. US-Außenminister Colin Powell hatte die Aluminiumröhren vor zwei Wochen vor dem UNO-Sicherheitsrat als Beleg für ein geheimes Nuklearrüstungsprogramm Iraks angeführt. Irak hatte behauptet, die Röhren zum Bau von Raketen importiert zu haben.

Nach Angaben des UN-Sprechers inspizierten die Kontrollore am Montag mehrere Fabriken, die mit dem irakischen Raketenprogramm in Verbindung gebracht werden. Unter den inspizierten Einrichtungen habe sich die Firma Um el Maarik ("Mutter aller Schlachten") befunden, wo Triebsätze für Raketen hergestellt werden. Die Inspektoren hätten zudem die bereits in der vergangenen Woche begonnene Zerstörung von vier Senfgascontainern fortgesetzt. (APA)

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