Neues Klonbaby in China?

17. Februar 2003, 12:20
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Italienischer Mediziner Antinori bestätigt "direkte Informationen" - Peking dementiert

Rom - Nach Angaben des umstrittenen italienischen Frauenarztes Severino Antinori ist Ende Jänner in China ein Klonbaby zur Welt gekommen. Er verfüge über "direkte Informationen", die es ihm erlaubten zu bestätigen, dass der chinesischen Ärztin Guang Zhou zwischen dem 20. und dem 22. Januar das Klonen eines Menschen gelungen sei, sagte Antinori der ialienischen Zeitung Il Tempo. Die Ärztin Guang werde dies demnächst auch in einer wissenschaftlichen Zeitschrift beschreiben.

Antinori zählt zu den bekanntesten Vorreitern der Klontechnik und verteidigt das reproduktive Klonen von Menschen als "Therapie" gegen Kinderlosigkeit. Die von der Sekte der Raelianer Ende vergangenen Jahres verkündeten Geburten von zwei Klon-babys zog Antinori immer in Zweifel. In Italien steht das Klonen von Menschen unter Strafe.

Chinesische WissenschafterInnen dementieren

Chinesische WissenschafterInnen haben keinerlei Hinweise darauf, dass in China ein Klonbaby geboren worden sein könnte. "Das ist unmöglich", reagierte ein Verantwortlicher der Vereinigung für Gentechnik in Peking auf entsprechende Angaben des italienischen Gynäkologen Severino Antinori.

Das Institut für Gentechnik verwies ferner auf die Zusagen der Wissenschaftsakademie und der Regierung, das Klonen von Menschen in China nicht zuzulassen. Der italienische Gynäkologe hatte sich bei seinen Angaben auf eine Ärztin namens "Guang Zhou" in einem Ort "Jenan" bezogen, was ebenfalls Zweifel aufwarf. Guang Zhou heißt eigentlich nur die südchinesische Stadt Kanton. Eine Frau würde so nicht genannt. Auch gibt es nur eine Stadt Jinan in der Provinz Shandong. In den medizinischen Universitäten in Kanton und Jinan war auch nichts von einer Geburt eines Klonbaby bekannt. (APA)

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