Über dreihundert Tote bei Polizeiaktion gegen Drogen in Thailand

17. Februar 2003, 11:59
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Ermittler weisen Vorwürfe von Menschenrechtlern zurück

Bangkok - In einer umstrittenen Anti-Drogen-Kampagne der thailändischen Polizei sind seit Anfang Februar über dreihundert Verdächtige ums Leben gekommen. "Nur zehn davon wurden von der Polizei getötet", erklärte ein Polizeisprecher am Montag. Er bezeichnete die ersten Ergebnisse der auf drei Monate angelegten Kampagne als "zufrieden stellend". So seien die Preise für Drogen gestiegen, was die Polizei auf ein vermindertes Angebot zurückführt.

Menschenrechtsorganisationen hatten die Polizeiaktion wegen der hohen Zahl der Opfer kritisiert und schwere Vorwürfe gegen die Ermittler erhoben. Nach Angaben der Asiatischen Menschenrechtskommission in Hongkong wurden den Beamten Prämien für Festnahmen und das Töten von Verdächtigen versprochen. Die Polizei erklärte dagegen, die meisten Toten habe es bei Kämpfen unter den Gangstern selbst gegeben.

Nach Einschätzung des thailändischen Gesundheitsministeriums sind mehr als drei Millionen Thais drogensüchtig. Die meisten seien von Amphetaminen abhängig. Der Preis einer Amphetamin-Tablette hat sich nach Polizei-Angaben seit Beginn der Kampagne nahezu vervierfacht. (APA/AP)

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