[DAG]: Schlaf und Schule

17. Februar 2003, 15:52
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Die Kinder schlafen in der Frühe eigentlich noch - wenn sie's nicht tun, dann holen sie's im Unterricht nach

Schlafforscher - im Übrigen einer der schönsten und dankbarsten Berufe, diese Leute können ja immer sagen, sie sind gerade bei der Arbeit - Schlafforscher also haben festgestellt (und im STANDARD war es nachzulesen), was 100 Prozent aller österreichischen Ex-und amtierenden Schüler sofort unterschreiben würden. Denn was die Forschung nun endlich mit Phasen und Zeiten belegt, ist eigentlich eine Binsenweisheit und geht weit über das hartnäckige Gerücht in den Neuner-Pausen hinaus, wo sich zumindest die Buben die ersten Adrenalinstöße des Tages verpassen (nennt man das heute noch "raufen"?).

Was diese Forscher belegen, ist eine in morgengrauenvollen Serien zu beobachtende Wahrhaftigkeit, an der Generationen von Mathe- und Reli-Lehrern der ersten Unterrichtsstunden verzweifelt vorbeirechneten und in die gähnende Leere predigten: DIE SCHULE BEGINNT ZU FRÜH. Die Kinder schlafen eigentlich noch. Und wenn sie's nicht tun, dann holen sie's im Unterricht nach. Das Ergebnis der Schlafforscher ist freilich nur ein Teil des pädagogischen Entlastungspakets. Die volle Wahrheit lautet: Die Schule beginnt zu früh, sie endet zu spät, und man lernt nicht fürs Leben, sondern für die Noten. (DER STANDARD, Printausgabe, 17.2.2003)

Von Daniel Glattauer
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