Straw: "Krieg ohne öffentliche Zustimmung wird sehr schwierig"

17. Februar 2003, 11:52
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Britische Regierung hält dennoch an harter Haltung fest - Deutscher Kanzler Schröder beeindruckt über Massenproteste gegen Irak-Krieg

London/Sydney/Berlin - Der britische Außenminister Jack Straw hat erstmals eingeräumt, dass ein Krieg gegen den Irak ohne öffentliche Unterstützung für die Regierung "sehr schwierig" sein würde. In einem BBC-Interview sagte Straw am Montag, die Regierung müsse die Demonstrationen am vergangenen Samstag gegen einen Irak-Krieg ernst nehmen.

Auf die Frage, ob es nicht sehr schwierig für die Regierung wäre, bei einer so starken Opposition der Bevölkerung in den Krieg zu ziehen, antwortete der Labour-Politiker: "Das ist unter solchen Umständen in der Tat sehr schwierig." Dennoch sei die Regierung entschlossen, den irakischen Präsidenten Saddam Hussein notfalls gewaltsam zu entwaffnen. "Wenn wir Militäraktionen ausführen müssen, werden wir es tun", sagte Straw.

Australischer Premier will bei Standpunkt bleiben

Der australische Ministerpräsident John Howard hat seinen Respekt vor den hunderttausenden von Kriegsgegnern bekundet, die am Wochenende an den größten Demonstrationen seit dem Vietnamkrieg in seinem Land teilnahmen. Aber auch er will bei seinem Standpunkt bleiben, dass eine gegebenenfalls gewaltsame Abrüstung des Irak an der Seite der USA der richtige Weg sei, sagte Howard am Sonntagabend in einem Fernsehinterview. Howard hat bereits 2.000 Soldaten für einen eventuellen Krieg in die Golfregion entsandt.

Schröder beeindruckt über Demos

Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sich beeindruckt von den friedlichen Massenprotesten des Wochenendes gegen einen Irak-Krieg gezeigt. "Ich denke, das entspricht auch dem Anliegen, das die Menschen haben", sagte Schröder am Montag vor einer Sitzung des SPD-Präsidiums in Berlin. "Ich bin wirklich beeindruckt" über den "absolut friedlichen Verlauf" der Großkundgebungen, fügte der Kanzler hinzu. (APA/AP/dpa)

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