Technologielücke zu den USA wird größer

17. Februar 2003, 10:57
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Großbritannien überholt Deutschland als größter IT-Markt

Der "technologische Graben" zwischen Europa und den USA wird in diesem Jahr um 4,5 Prozent wachsen. Die europäischen IT-Ausgaben werden 2003 rund 647 Milliarden Euro betragen, während in den USA 865 Milliarden Euro aufgewendet werden. 2004 steuert der IT-Bereich lediglich 6,9 Prozent zur gesamteuropäischen Wirtschaft bei, verglichen mit 9,6 Prozent in den USA. Diese Zahlen basieren auf einer Studie des Marktforschers Forrester, die Montag präsentiert wurde. Obwohl Deutschland auch in den kommenden 24 Monaten die größte europäische Wirtschaft bleibt, soll Großbritannien noch 2003 IT-Land Nummer eins werden.

Prognosen

Insgesamt rechnet Forrester in diesem Jahr mit einem weltweiten Sinken des Software-Umsatzes um 2,4 Prozent. Der Hardware-Umsatz stagniert, IT-Services (ohne Telekom) sollen um 1,2 Prozent steigen, das Wachstum im Telekom-Services-Bereich wird mit 2,2 Prozent angesetzt. Große Softwarekonzerne wie SAP, Oracle oder IBM könne demnach 2003 mit Wachstrumsraten zwischen fünf und zehn Prozent rechnen. Dagegen werden viele kleine IT-Services- und Software-Unternehmen in Ländern wie Deutschland oder Großbritannien ihre Türen endgültig zusperren.

Zentralisiert

"65 Prozent der 156 größten europäischen Konzerne haben ihre Headquarters in Deutschland, Frankreich und Großbritannien", so Forrester-Analyst Charles Homs. "Diese Multis haben noch immer genügend Budget für IT-Services wie etwa Outsourcing oder Consulting." Daher werde etwa für Großbritannien ein Anstieg bei den IT-Services von 1,6 Prozent prognostiziert, während Märkte in kleineren Ländern mit Rückgängen von 0,5 Prozent rechnen müssen. Der Markt für mobile Telefonie und Services erweist sich als großer Gewinner. Auch wenn die großen Telekom-Unternehmen mit hohen Schuldenbergen und flachen Umsätzen kämpfen, soll die Zahl der Mobilfunkkunden in Europa in diesem Jahr um sechs Prozent steigen. (pte)

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