Bankhaus Julius Bär gerät in der EMTS-Affäre unter Beschuss

16. Februar 2003, 19:57
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Wiener Anleger wollen wegen umstrittener Kaufempfehlung zivilrechtlich gegen das Züricher Institut vorgehen

Wie "profil" berichtet, weitet sich die Affäre um das Salzburger Handyservice-Unternehmen EMTS aus. Unter Beschuss gerät nun auch das Züricher Bankhaus Julius Bär, welches EMTS im Juni 2000 an die Börse Zürich gebracht hatte.

"Damals wurde der über den Einstieg eines Partners bei EMTS verhandelt"

Ein Wiener Repräsentant des Institutes hatte Anlegern noch im Mai 2001 zum Kauf der Aktie geraten. Zu einem Zeitpunkt, als in Finanzkreisen bereits bekannt war, dass es um die wirtschaftliche Lage des Salzburger Unternehmens nicht mehr zum Besten bestellt war. Pikanterweise hatten Großkunden der Zürcher Bank deshalb bereits Verkäufe in großem Stil in Auftrag gegeben. "Damals wurde der über den Einstieg eines Partners bei EMTS verhandelt", rechtfertigt Michael Raberger, damals Repräsentant von Julius Bär in Wien, die Kaufempfehlungen, "die Aktie hatte deshalb Fantasie." Die Verkaufsverhandlungen scheiterten, der Kurs setzte darauhin im Frühsommer zu einer beispiellosen Talfahrt an. Kunden, die damals zu Kursen zwischen 36 und 38 Schweizer Franken gekauft hatten, mussten zusehen, wie der Wert ihrer Aktien auf zuletzt unter einen Franken absackte. Einige Aktionäre wollen jetzt wegen der umstrittenen Kaufempfehlung zivilrechtlich gegen Julius Bär vorgehen. (red)

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