US-Börsenaufsicht: Neuer Chef wird am Dienstag vereidigt

16. Februar 2003, 21:23
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William Donaldson vor großen Herausforderungen

Washington - Der neue Chef der US-Börsenaufsicht SEC, William Donaldson, soll am Dienstag offiziell in sein Amt eingeführt werden. Die Vereidigung finde plangemäß am Dienstagmorgen (Ortszeit) im Weißen Haus statt, teilte das US-Präsidialamt am späten Samstagabend mit.

Am Donnerstag hatte der US-Senat die Ernennung Donaldsons, ein Investmentbanker und ehemaliger Chef der New Yorker Börse, zum obersten Börsenaufseher des Landes bestätigt. Damit löst der 71-jährige den umstrittenen Harvey Pitt ab. Donaldson war von Präsident George W. Bush ernannt worden, nachdem Pitt im Sog der zahlreichen Unternehmensskandale des vergangenen Jahres im November seinen Rücktritt angekündigt hatte. Anfang der Woche hatte schon der Bankenausschuss der Ernennung zugestimmt.

Neues Regelwerk für Analysten

Donaldson, Mitbegründer und Chef der Investmentbank Donaldson Lufkin & Jenrette, steht nun vor großen Herausforderungen. Unter anderem geht es um ein neues Regelwerk für Analysten, deren Zunft nach den Skandalen des vergangenen Jahres ins Gerede gekommen ist. Von 1990 bis 1995 war Donaldson Chef der New Yorker Börse. Er hatte zudem den Posten des Chairmans beim Versicherungskonzern Aetna inne. Donaldson war ferner 1975 Berater des damaligen US-Vizepräsidenten Nelson Rockefeller und von 1973 bis 1975 Staatssekretär im US-Außenministerium unter dem damaligen Ressortchef Henry Kissinger.

Anerkannte Führungspersönlichkeit

Rechtsexperten sehen Donaldson als anerkannte Führungspersönlichkeit mit engen Verbindungen zu der Branche, deren Chefregulierer er nun sein wird. Experten sagten, Donaldson werde sehr schnell seine Unabhängigkeit demonstrieren müssen, um die Investoren zu überzeugen. Falls ihm dies nicht gelinge, könnte er rasch genauso stark wie Pitt unter Druck geraten.

Pitt war im November 2002 nach 15-monatiger Amtszeit zurückgetreten. Ihm wurde zwar ein geschicktes Krisenmanagement nach den Anschlägen vom 11. September 2001 nachgesagt. Der auf Unternehmensrecht spezialisierte ehemalige Anwalt war aber wegen seines Umgangs mit ehemaligen Klienten von der Wall Street und dem Kongress vor dem Hintergrund der Skandale um Enron und WorldCom heftig in die Kritik geraten. (APA/Reuters)

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