Winterliche Rettungsaktion

17. Februar 2003, 17:47
posten

Über fünfzig Schlittschuhläufer bei Stockholm von Eisschollen gerettet - Bergungsaktionen gestalteten sich schwierig

Stockholm - Bei einer dramatischen Bergungsaktion sind am Samstag mehr als fünfzig Schlittschuhläufer in den Stockholmer Schären von treibenden Eisschollen gerettet worden. In den Sonntagszeitungen berichteten mehrere der Geretteten, wie sie am Vortag bis zu drei Stunden lang auf immer kleiner werdenden Schollen in Richtung Ostsee trieben, ehe die Retter per Hubschrauber und mit Luftkissenbooten auch den Letzten wohlbehalten geborgen hatten.

Scholle brach in Stücke

"Erst stand ich auf einer großen Scholle. Dann kamen die Hubschrauber, erzeugten noch mehr Wellen und die Scholle unter mir brach in kleine Stücke. Dann fiel ich ins Wasser", berichtete die 43-jährige Eva Kallenberg. Die Stockholmerin hatte wie hunderte andere Hauptstädter das herrliche Wochenendwetter mit strahlendem Sonnenschein zu einem Schlittschuh-Ausflug im südlichen Teil der weitgehend zugefrorenen Schären genutzt. Wegen Überbelastung durch zu viele Menschen bei starkem Wind brach das Eis am Samstagmittag durch starke Wellenbewegung von der nahe gelegenen Ostsee her.

Ungünstige Winderzeugung

Augenzeugenberichten zufolge breitete sich unter den hilflos treibenden Schlittschuhläufern Panik und Todesangst aus, als die Schollen in immer kleinere Teile zerbrachen. Vor allem auf diesen winzigen Eisstücken versuchten die Treibenden, breitbeinig und durch Vermeiden auch der kleinsten Bewegung, ein weiteres Brechen des Eises zu verhindern. Die Retter mussten deshalb äußerst vorsichtig agieren. So blieben die beiden Hubschrauber auch beim Hochziehen der Schlittschuhläufer in großer Höhe über dem Wasser, weil die Rotorblätter sonst zu viel Wind erzeugt hätten.

Mehrere Ausflügler fielen trotzdem in das eiskalte Wasser, als sie an Winden auf einen der beiden Hubschrauber gezogen werden sollten. "Es gab wirklich heftige Krisen, als wir die Leute von den kleinsten Schollen hochziehen sollten", berichtete die Einsatzleiterin Maria Boman in "Expressen". Ein Sprecher des als Veranstalter fungierenden Stockholmer Schlittschuhclubs erklärte, plötzlich aufkommender und nicht vorhersehbarer Wind habe das Eis brechen lassen. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.