Vitamin hilft Zuckerkranken

17. Februar 2003, 19:43
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B1 im Rattenversuch bewährt - Strategie zur Bekämpfung langfristiger Schäden

Mannheim/London/New York - Es sieht so aus, als könnte man entweder mit Vitamin B1 oder ähnlichen Substanzen in Zukunft die bei Zuckerkranken mit der Zeit entstehenden Spätschäden günstig beeinflussen: Amerikanische und deutsche Wissenschafter haben diese Strategie an Ratten erfolgreich erprobt und berichten darüber in einer am Sonntag online veröffentlichten Studie der Fachzeitschrift "Nature Medicine".

Dr. Michael Brownlee vom Zentrum für die Erforschung der Zuckerkrankheit am Albert Einstein College of Medicine in New York sowie Dr. Hans-Peter Hammes von der Klinik für Interne Medizin an der Universität Mannheim und Co-Autoren aus Heidelberg und Gießen dürften nur drei hauptsächliche Mechanismen hinter den Spätkomplikationen des Diabetes stecken: Es handelt sich dabei vor allem um eine durch erhöhte Blutzuckerspiel beschleunigte "Gefäßverkalkung" (Atherosklerose), die zu Herzinfarkten, Netzhautschäden (diabetische Retinopathie), Nierenversagen und Nervenschäden (diabetische Neuropathie) führen. Dafür werden erhöhte Werte an Abbauprodukten aus dem Zuckerhaushalt verantwortlich gemacht (Glyceraldehyd-3-Phosphat und Fruktose-6-Phosphat).

Kampf den Spätschäden

Die Wissenschafter: "Wir haben entdeckt, dass der fettlösliche Thiamin-Abkömmlling Benfotiamin (Vitamin B1, Anm.) diese drei Mechanismen hemmt (...)." Um die Hypothese zu überprüfen, fütterten Wissenschafter Ratten mit Zuckerkrankheit neun Monate lang auch Vitamin B1. Andere Tiere erhielten das nicht. Gleichzeitig wurde bei den Tieren regelmäßig die Netzhaut auf krankhafte Veränderungen kontrolliert. Dabei stellte sich heraus, dass sich im Beobachtungszeitraum die Zahl dieser Veränderungen bei den an Diabetes leidenden Tieren ohne Vitamin B1 verdreifachte, bei den anderen Tieren hingegen gleich blieb.

Somit könnten mit dieser Strategie in Zukunft bei Zuckerkranken - eventuell - Diabetes-Spätschäden verhindert werden. Doch vorerst handelt es sich erst um Tierversuche. Außerdem könnte Vitamin B1 nur der Anfangspunkt für die Entwicklung spezifisch wirkender Substanzen nach dem selben Prinzip sein. (APA)

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