Olympia: IOC-Führung beschäftigt sich mit Vorwürfen gegen Irak-NOK

16. Februar 2003, 15:24
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Olympisches Komitee des Irak soll erfolglose Sportler quälen lassen

Hamburg - Die Führung des Internationalen Olympischen Comites (IOC) wird sich am kommenden Donnerstag und Freitag mit Vorwürfen der Menschenrechtsverletzungen durch das Nationale Olympische Komitee (NOK) des Irak beschäftigen. Sie sind von der Menschenrechtsorganisation Indict gesammelt und an das IOC herangetragen worden.

Danach habe das vom ältesten Sohn des Diktators Saddam Hussein, Udai Hussein, geführte NOK erfolglose Sportler in einem Spezial-Gefängnis inhaftieren und quälen lassen. Die Organisation Indict ist in London stationiert. Sie wird zu einem wesentlichen Teil durch den Kongress in Washington finanziert. IOC-Präsident Jacques Rogge hatte die Ethikkommission seiner Organisation mit der Prüfung der Vorwürfe befasst. Sie wird in der kommenden Woche voraussichtlich einen ersten Bericht an das Exekutivkomitee geben.

Der deutsche IOC-Vizepräsident Thomas Bach lehnt einen sofortige Ausschluss des irakischen NOK ab. "Wenn wir uns zu Sanktionen entschließen, dann dürfen wir damit nicht noch zusätzlich die Athleten bestrafen, um deren Schutz es uns eigentlich geht", sagte Bach dem Nachrichtenmagazin "Focus". Denkbar sei vielmehr ein Strafkatalog, an dessen Beginn ein Ausschluss von Udai Hussein von sämtlichen olympischen Aktivitäten stehen könnte. Der Ausschluss des Irak-NOK sei ein letztes Mittel. (APA/dpa)

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