"Microsoft soll von der Open Source Bewegung lernen"

16. Februar 2003, 13:30
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Führender Programmierer Dave Stutz verlässt den Softwarekonzern und liest zum Abschied die Leviten

Der für die Shared Source-Implementierung der Common Language Infrastructure (CLI) von .NET zuständige Programmierer Dave Stutz hat Microsoft den Rücken gekehrt. Damit verliert der Softwarekonzern nicht nur einen wichtigen Programmierer, Stutz hatte in der Vergangenheit unter anderem an Visual Basic, Visual Studio und VBA mitgearbeitet, sondern auch den glaubhaftesten Botschafter in Richtung Open Source Bewegung.

Nettigkeiten

Zum Abschied hat Stutz Microsoft auch noch ein "schönes" Geschenk gemacht: Einen offenen Brief in dem er Kritik an der Trägheit des Konzerns. Man konzentiere sich immer noch viel zu sehr auf den klassischen PC, anstatt auf vernetzte Anwendungen, wenn MS nicht bald die Richtung ändere, werde man die Spitzenposition verlieren.

Bedrohung

So sei Linux schon jetzt eine starke Bedrohung für die - wie Stutz meint - "nicht gerade perfekte" Server Software Microsofts, und schon bald werde sie dies auch auf dem Desktop sein. Sich gegen die Open Source Bewegung zu stellen, sei wie sich gegen das Internet zu stellen, was MS ja ebenfalls eine zeitlang probiert habe, statt dessen sollen die Redmonder davon - und vor allem von den eingesetzten Techniken für vernetztes Arbeiten - lernen, rät Stutz.

Der vollständige Brief lässt sich in englischer Sprache auf der Website von Dave Stutz nachlesen. (red)

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    Dave Stutz (rechts) im Bild mit Miguel de Icaza von Ximian bei der O'Reilly Open Source Convention

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