Kein Startplatz für Graf in Karlsruhe

15. Februar 2003, 22:26
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Leichtathletik: Duell mit Ceplak für Meeting-Manager Blondel zu teuer

Völkermarkt/Karlsruhe - Österreichs Olympia-Zweite Stephanie Graf muss ihre Planung in der Leichtathletik-Hallensaison umstellen. Weil ein 800-m-Duell von Hallenweltrekordlerin Jolanda Ceplak aus Slowenien mit der Kärntner Vizeweltmeisterin laut Meeting-Manager Alain Blondel am 28. Februar in Karlsruhe zu teuer käme, erhält "Europas Leichtathletin des Jahres 2001" keinen Startplatz im Badischen Meeting.

Formüberprüfung geplatzt

"Das ist natürlich eine ganz schlechte Nachricht, denn ich brauch' unbedingt ein scharfes Rennen, damit ich weiß, ob ich im Hinblick auf die Hallen-Weltmeisterschaften Mitte März in Birmingham in Form bin", erklärt Graf. Vom Aufbau her war diese Formüberprüfung für Ende Februar geplant, "doch jetzt gibt es weit und breit keinen 800-m-Wettkampf um diese Zeit", erklärt die 29-jährige Völkermarkterin.

Roland Gusenbauer, der Generalsekretär des Österreichischen Verbandes (ÖLV), hat ihr deshalb zugesagt, dass er sich für ein offenes Rennen bei den Staatsmeisterschaften am 3. März in Linz einsetzen wird. Grafs niederländischer Manager Jos Hermens will versuchen, Olympiasiegerin und Doppelweltmeisterin Maria Mutola aus Mosambik für dieses Rennen zu verpflichten.

"Die Maria soll nämlich auch sauer sein, dass sie nicht in Karlsruhe laufen darf", berichtete Graf am Samstagabend. "Jos wird deshalb jetzt einmal mit Maria Kontakt aufnehmen, über Tempomacherinnen für dieses verfügt er bereits."

Österreichs Sportlerin der Jahre 2000 und 2001 vermutet hinter der "Ausladung" für das Meeting in Karlsruhe ihren ehemaligen Manager Robert Wagner, der neben Ceplak auch Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler unter Vertrag hat. Und Drechsler ist die Lebensgefährtin des ehemaligen Weltklasse-Zehnkämpfers Blondel, der die Deutsche auch trainiert.

"Das ist völliger Blödsinn. Ich kann ja nicht bestimmen, wer wo starten darf", lautete die Stellungnahme von Wagner. "Ich habe Blondel nur gesagt, dass der Preis für die große Hallen-EM-Revanche Ceplak gegen Graf ein anderer ist, als wenn es nicht zu diesem Duell kommt. Denn an einem solchen Rennen können alle Beteiligten mehr verdienen. Deshalb wäre es mir am liebsten, wenn es zum großen Dreikampf Ceplak-Graf-Mutola kommt. Aber da muss natürlich dann auch der Preis für alle Beteiligten stimmen." (APA)

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