Saddam Hussein trifft päpstlichen Sondergesandten

15. Februar 2003, 16:42
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Etchegaray überreicht Schreiben des Papstes

Bagdad - Der irakische Staatschef Saddam Hussein ist am Samstag mit einem Sondergesandten von Papst Johannes Paul II. zusammengetroffen. Kardinal Roger Etchegaray überreichte Saddam Hussein während des rund 90-minütigen Gesprächs in Bagdad einen Brief des Papstes. Angaben über den Inhalt des Schreibens oder des Gesprächs machte er nicht. Johannes Paul hat sich mehrfach nachdrücklich gegen einen Irak-Krieg ausgesprochen.

"Im Namen des Papstes wage ich es, an das Gewissen all jener zu appellieren, die in diesen wichtigen Tagen über die Zukunft des Friedens entscheiden", sagte Etchegaray laut einer vom Vatikan veröffentlichten Erklärung. "Am Ende wird das Gewissen entscheiden, denn es ist stärker als jede Strategie, Ideologie und sogar als jede Religion."

Der 80-jährige Etchegaray gilt als einer der erfahrensten Diplomaten des Vatikans. Zuletzt bemühte er sich im vergangenen Jahr während der israelischen Belagerung der Geburtskirche in Bethlehem um Vermittlung. 1998 sondierte der Kardinal in Bagdad die Möglichkeiten für eine Pilgerreise des Papstes in den Irak, die bisher aber nicht zu Stande kam. (APA/AP)

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