Goldener Bär für Flüchtlingsdrama "In This World"

16. Februar 2003, 20:59
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Silberner für "Adaption" - für die Darstellerinnen Nicole Kidman, Meryl Streep und Julianne Moore ("The Hours") gibt's den silbernen Bär

Berlin - Der britische Regisseur Michael Winterbottom ist für sein Flüchtlingsdrama "In This World" mit dem Goldenen Bären der 53. Internationalen Filmfestspiele Berlin ausgezeichnet worden. Das gab die siebenköpfige Jury unter Vorsitz des kanadischen Regisseurs Atom Egoyan zum Abschluss der Berlinale am Samstag bekannt. Winterbottom erzählt in seinem Film vom Schicksal zweier afghanischer Flüchtlinge, die in den vermeintlich goldenen Westen wollen. "In This World" erhielt auch den Friedensfilmpreis und den Preis der Ökumenischen Kirchenjury.

Einen Silbernen Bären als beste Darstellerinnen bekamen die drei Hollywood-Stars Nicole Kidman, Meryl Streep und Julianne Moore für ihre Ensemble-Leistung in Stephen Daldrys Romanverfilmung "The Hours". Der bereits für neun Oscars nominierte Film verknüpft auf raffinierte Weise Leben und Werk von Virginia Woolf (Kidman) mit dem Schicksal einer in den 50er Jahren lebenden Hausfrau (Moore) und einer in der Gegenwart lebenden Lektorin (Streep).

Bester Hauptdarsteller wurde Sam Rockwell

Bester Hauptdarsteller wurde Sam Rockwell für die Hauptrolle in George Clooneys Regiedebüt "Confessions of a Dangerous Mind". Der US-Film erzählt vom Doppelleben des amerikanischen Gameshow- Erfinders Chuck Barris. Mit dem Regiepreis wird der Franzose Patrice Chéreau für sein Psychodrama "Son Frere" (Sein Bruder) ausgezeichnet. Darin kommen sich zwei Brüder um die 40 durch die lebensbedrohliche Erkrankung eines der beiden so nah wie nie zuvor.

Der Große Preis der Jury ging an die Hollywood-Satire "Adaption" von Spike Jonze mit Nicolas Cage in der Hauptrolle. Die deutsche DDR-Komödie "Good Bye, Lenin!" von Wolfgang Becker erhielt den "Blauen Engel" für den besten europäischen Film. Hans-Christian Schmids "Lichter" erhielt die Auszeichnung des internationalen Filmkritikerverbandes FIPRESCI. Oskar Roehlers "Der Alte Affe Angst" ging leer aus.

Stammgast

Der Siegerfilm "In This World" ist der vierte Kinofilm von Winterbottom, einem Stammgast der Berlinale. Sein neuestes Werk bedient sich eines fast dokumentarischen Stils, um die erschütternde Geschichte der Flüchtlinge unsentimental zu schildern. Der Film beruht auf genauen Recherchen unter Migranten und hunderten Erlebnisberichten. Der Fluchtweg der Hauptfiguren führt von einem Flüchtlingslager in Pakistan über die Türkei nach Westeuropa. Einer der beiden stirbt dabei, einpfercht mit dutzenden anderen Menschen in einem Frachtcontainer.

Bei den Dreharbeiten in Pakistan gab Winterbottom gegenüber den offiziellen Stellen an, er wolle einen Film über historische Handelswege realisieren, sonst hätte er keine Dreherlaubnis bekommen. Großbritannien hatte zuletzt 1994 mit der britisch-irisch- amerikanischen Koproduktion "Im Namen des Vaters" einen Goldenen Bären erhalten.

"Blinder Schacht"

Ein Silberner Bär für eine künstlerische Einzelleistung als Drehbuchautor und Regisseur ging an den Chinesen Li Yang für seinen Film "Blinder Schacht" über illegale Arbeiter in Bergwerken. Den Silbernen Bären für die beste Filmmusik erhielten Majoly, Serge Fiori, Mamadou Diabaté für ihre Kompositionen zum senegalesischen Film "Madame Brouette". (APA)

  • Die Flucht in die Türkei führt für viele afghanische Flüchtlinge ins Nichts: "In this World", ein semi-dokumen-tarischer Film von Michael Winter-bottom, siegte bei der Berlinale

Von
Claus Philipp
Kommentar

Kaputtes Drehbuch
    foto: berlinale

    Die Flucht in die Türkei führt für viele afghanische Flüchtlinge ins Nichts: "In this World", ein semi-dokumen-tarischer Film von Michael Winter-bottom, siegte bei der Berlinale Von Claus Philipp Kommentar Kaputtes Drehbuch

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