Kenneth Bacon: USA behindern Hilfsorganisationen

15. Februar 2003, 15:01
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Flüchtlingshilfe-Direktor: "Schlimmstes Kriegsszenario" bei Einsatz von B- und C-Waffen

Washington/Basel - Die USA behindern die internationalen Hilfsorganisationen bei den humanitären Vorbereitungen für einen Irak-Krieg. Diesen Vorwurf erhebt Kenneth Bacon, Direktor der Flüchtlingshilfsorganisation "Refugees International". Bacon war von 1994 bis 2001 Sprecher im US-Verteidigungsministerium und wechselte danach in die humanitäre Hilfe. In einem Interview mit der "Basler Zeitung" vom Samstag kritisierte er, weder die Nachbarn des Irak noch die Hilfsorganisationen seien auf die zu erwartende menschliche Katastrophe vorbereitet.

Die UNO habe bisher nicht die Ressourcen gehabt, sich vorzubereiten, sagte Bacon. "Sie wollte nicht als Komplize der USA bei der Vorbereitung eines Krieges erscheinen." US-Hilfsorganisationen hätten zudem wegen der Sanktionen große Probleme, in Washington überhaupt Genehmigungen für die Arbeit im Irak zu bekommen. Viele Organisationen glaubten, sie würden draußen gehalten, damit sie nicht bei Militäroperationen störten oder von Saddam als Geiseln genommen werden könnten.

Als schlimmstmögliches Kriegsszenario sieht Bacon den Einsatz von chemischen und biologischen Waffen. Das würde "die humanitäre Lage dramatisch verschlechtern". Die meisten Hilfsorganisationen würden laut Bacon wohl nicht in kontaminierte Gebiete gehen, weil sie selbst keine Gegengifte und Schutzanzüge haben. (APA/sda)

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