Fischer für unbefristete Irak-Inspektionen

15. Februar 2003, 12:14
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Tausende Menschen versammeln sich in Berlin zu Anti-Kriegsdemo

München/Berlin - Deutschlands Außenminister Joschka Fischer (Grüne) hat sich für eine unbefristete Fortsetzung der UNO-Waffeninspektionen im Irak ausgesprochen.

Nach seiner Rückkehr von der Sitzung des UNO-Sicherheitsrates in New York sagte er am Samstag in München, den Inspektoren müsse so viel Zeit für ihre Arbeit gewährt werden, wie sie benötigten. "Wir sind der Meinung, dass das wirksame Mittel der Inspektionen den Irak dazu bringen wird, vollkommen zu kooperieren." Die USA wollen nach dem Rückschlag für die Befürworter eines Militärschlages gegen den Irak im UNO-Sicherheitsrat dem arabischen Land nur begrenzt Zeit lassen, die UNO-Abrüstungsauflagen zu erfüllen.

"Wir sprechen über Wochen", sagte US-Außenminister Colin Powell am Freitag nach der Sitzung des Rates. Er verwies auf den 1. März, an dem die Waffeninspektoren der Vereinten Nationen einer früheren UNO-Resolution gemäß erneut über den Stand ihrer Kontrollen berichten müssten.

Minister wollen demonstrieren

Mehrere tausend Menschen versammelten sich unterdessen am Samstag in Berlin zu einer Demonstration gegen den drohenden Irak-Krieg. Die Kriegsgegner trafen sich an zwei Orten in der westlichen und der östlichen Innenstadt, um am Mittag zu einer zentralen Kundgegebung in der Nähe der Siegessäule im Stadteil Tiergarten zu marschieren. Die Teilnehmer trugen Transparente mit Aufschriften wie "Don't attack Iraq" und "Die Achse des Bösen geht durch das Pentagon".

An der Demonstration wollten auch drei Minister der Bundesregierung teilnehmen: Verbraucherschutzministerin Renate Künast und Umweltminister Jürgen Trittin (beide Grüne) sowie Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD). Auch Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) wird erwartet. (APA/Reuters)

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