Villepin: Eine Macht kann nicht die Weltordnung sichern

16. Februar 2003, 13:18
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Frankreichs Außenminister plädiert für "ein starkes und geeintes Europa"

Paris - Frankreichs Außenminister Dominique de Villepin (UMP)ist der Auffassung, dass eine "multipolare Welt" nötig sei, zumal "eine einzige Macht die Weltordnung nicht sichern" könne. "Wir brauchen ein starkes und geeintes Europa. Die Beziehungen und die Freundschaft mit den Vereinigten Staaten müssen eine gemeinsame Kraft darstellen, um vereint zur Stabilität der Welt beizutragen. Sie dürfen nicht die Europäer spalten", betonte Villepin in einem Interview für die Sonntagszeitung "Le Journal Du Dimanche".

Der Außenminister erklärte weiters, dass eine zweite UNO-Resolution zum Irak nicht notwendig sei, "solange die Inspektionen weiter fortschreiten". "Frankreich ist überzeugt, dass die Resolution 1441 viele Möglichkeiten bietet, die noch nicht alle ausgeforscht wurden. Diese Resolution setzt keine Frist fest. Solange die Inspektoren auf dem Terrain uns neue Fortschritte vorstellen können, ist es nicht notwendig, eine andere Richtung einzuschlagen", sagte Villepin.

Alle Optionen möglich

"Falls sie an einem toten Punkt anlangen, so steht es dem Sicherheitsrat (der UNO, Anm.) zu, alle möglichen Optionen ins Auge zu fassen, einschließlich der Gewaltanwendung. Aber es gibt keine Automatik in diesem Ablauf", betonte der Außenminister. Er fügte weiters hinzu, dass die UNO-Resolution nur die Entwaffnung des Irak und nicht auch den Sturz von Präsident Saddam Hussein zum Inhalt habe. "Jenen, die einen Regimewechsel anstreben, antworte ich, dass man sich an ein klares Prinzip halten muss: Der einzige Inhaber der internationalen Legitimität und Rechtmäßigkeit sind die Vereinten Nationen", so Villepin. (APA)

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