200.000 bei Protesten in Athen

15. Februar 2003, 16:36
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Zahlreiche Demonstrationen in großen Städten weltweit gegen eine drohende Eskalation im Irakkonflikt

Athen/Madrid - In Griechenland demonstrierten am Samstag hunderttausende Menschen demonstriert. Allein in der Hauptstadt Athen nahmen nach Schätzungen der Polizei mehr als 200.000 Menschen an einer der größten Protestkundgebungen in der Geschichte des Landes teil. Die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein, als eine kleinere Gruppe von Randalierern Molotow- Cocktails auf die Büros eines Verlages und einiger Bankfilialen im Zentrum Athens warfen, berichtete der griechische Rundfunk.

Antikriegsdemonstrationen gab es zudem in weiteren 12 griechischen Städten. Insgesamt seien schätzungsweise 300.000 Menschen auf die Straßen gegangen, berichtete das staatliche Fernsehen.

Spanien: "Kein Blut für Öl"

Auch in Spanien gingen Zehntausende Menschen aus Protest gegen einen drohenden Irak-Krieg auf die Straße gegangen. Unter dem Motto "Nein zum Krieg" oder "Kein Blut für Öl" demonstrierten allein in Sevilla im Süden des Landes mehr als 50.000 Menschen, wie die Polizei mitteilte. Weitere Kundgebungen gab es in Oviedo und Santander in Nordspanien und auf der Kanaren-Insel Gran Canaria. Die größten Protestmärsche waren für den Abend in Madrid, Barcelona und anderen Städten geplant. In der spanischen Hauptstadt wollte der Oscar prämierte Regisseur Pedro Almodóvar das Schlusskommuniqué verlesen.

Auch in zahlreichen Städten Asiens kam es zu, wenn auch kleineren Antikriegskundgebungen. So versammelten sich in Malaysia 1.500 Menschen vor der US-Botschaft. In Bangkok zogen mehrere hundert Menschen vor die US-Vertretung. Zu kleineren Demonstrationen kam es auch in Taiwan und Singapur.

Zehntausende in Kopenhagen

In Kopenhagen demonstrierten zehntausende Dänen bei der größten Friedensdemonstration seit dem Vietnamkrieg für eine friedliche Lösung des Irak-Konfliktes.

Auch in den anderen nordeuropäischen Hauptstädten Stockholm, Oslo und Helsinki versammelten sich zehntausende Bürger zu Protesten vor den jeweiligen US-Botschaften.

Johannesburg und Kapstadt

Gegen eine drohende Eskalation im Irak- Konflikt protestierten rund tausend Demonstranten in Südafrikas Wirtschaftsmetropole Johannesburg. Auch aus Kapstadt und Bloemfontein wurde über Proteste berichtet.

Südafrika hat dem Irak mit Hinweis auf seine Erfahrung bei der Vernichtung seiner Atomwaffen nach dem Übergang zu einer demokratischen Regierung 1994 Unterstützung angeboten.

In Wien fand zu Mittag eine ökumenische Gebetsstunde für den Frieden im Stephansdom statt. Zu Beginn der Friedensdemonstration wurden etwa 10.000 Teilnehmer erwartet. (APA/dpa/Reuters/AP)

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    Demonstranten vor der US-Botschaft in Tokio

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