USA stocken Wirtschaftshilfen für Türkei auf

15. Februar 2003, 09:35
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Bemühungen um schnelle Zusage zur Nutzung von Militärstützpunkten

Washington - Die USA haben Regierungskreisen zufolge ihr Hilfsangebot an die Türkei zur Bewältigung der Folgen eines Irak-Krieges aufgestockt. Nach zweitägigen Verhandlungen habe die US-Regierung ein Paket im Umfang von 20 Milliarden Dollar (18,5 Milliarden Euro) angeboten, hieß es am Freitag in den Kreisen. US-Präsident George W. Bush bemühte sich in einem Gespräch mit dem türkischen Außenminister Yasar Yakis um eine schnelle Zusage des Landes zur Nutzung von Militärstützpunkten für den Aufbau der US-Truppe, die derzeit in der Golfregion zusammengezogen wird. "Wir hatten gute, offene Gespräche heute", sagte ein Regierungsvertreter. Es blieb aber offen, ob die Vereinbarung über die Hilfen und die Nutzung der Stützpunkte durch die US-Armee bereits in der kommenden Woche unterzeichnet wird.

Über das zugesagte Geld hinaus soll die Türkei mit Hilfe von US-Garantien mehr als 20 Milliarden Dollar an Krediten aufnehmen können. Ursprünglich hatten die USA 14 Milliarden Dollar angeboten, in denen die Kredite und Garantien für die Aufnahme von zehn Milliarden Dollar enthalten sein sollten. Die USA fordern, dass die neuen Zusagen unter das Hilfsprogramm des Internationalen Währungsfonds (IWF) fallen sollen, das der darbenden türkischen Wirtschaft auf die Sprünge helfen soll. Die Türkei lehnte dies den Regierungskreisen zufolge in den Verhandlungen ab.

Die Türkei hat auch die NATO um Unterstützung bei der Vorbereitung auf einen Krieg gegen sein Nachbarland gebeten. Frankreich, Belgien und Deutschland haben die Aufnahme von Planungen dafür jedoch gestoppt. Die USA haben die drei Partnerländer dafür scharf kritisiert.

Die USA bereiten den Angaben zufolge zudem derzeit milliardenschwere Hilfsprogramme für Jordanien und Israel vor, um die wirtschaftlichen Folgen eines Irak-Krieges für die beiden Staaten aufzufangen. Israel hat um zusätzliche militärische Unterstützung im Wert von vier Milliarden Dollar sowie Kreditgarantien im Umfang von acht Milliarden Dollar gebeten. Jordanien sind eine Milliarde Dollar in Aussicht gestellt.

Die USA haben Irak mit Krieg gedroht, wenn das Land die Abrüstungsauflagen der Vereinten Nationen (UNO) nicht erfüllt. Irak hat US-Angaben von Freitag zufolge nur noch eine begrenzte Zeit, den Auflagen nachzukommen. US-Außenminister Colin Powell sprach von Wochen. Vom militärischen Standpunkt aus betrachtet ist Anfang März die beste Zeit für einen Angriff. (APA/Reuters)

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