Aziz verspricht enge Kooperation mit UNO-Inspektoren

14. Februar 2003, 20:33
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Sabri: Bagdad hat alle Forderungen der Resolution 1441 erfüllt

Rom/Damaskus - Der Irak werde alles tun, um mit den UNO-Inspektoren zusammenzuarbeiten, erklärte der irakische Vizepremier Tarek Aziz in einer ersten Reaktion auf die Präsentation des Berichts der UNO-Inspektoren vor dem Weltsicherheitsrat in New York. Aziz, der sich gegenwärtig in Rom aufhält, erklärte am Freitag, sein Land sei nicht in der Lage, Angriffe außerhalb seines Territoriums zu führen. Die USA fänden sich mit ihrer Haltung in der UNO in der Minderheit, fügte er hinzu.

"Unmoralische Aggression"

Der irakische Vizeregierungschef Tarek Aziz hat die europäischen Länder vor einer Teilnahme an einem Krieg gegen den Irak gewarnt. "Das würden die arabischen Länder als einen Kreuzzug ansehen", sagte Aziz am Freitagabend bei einer Pressekonferenz in Rom. Zuvor war der irakische Politiker von Papst Johannes Paul II. empfangen worden und anschließend mit dem italienischen Außenminister Franco Frattini zusammengetroffen.

"Die Europäer sollten sehr vorsichtig sein, George Bush zu unterstützen", sagte Aziz. Die USA wollten als imperialistische Macht die Herrschaft über den Irak und die Region übernehmen, fügte er hinzu. "Diese Aggression ist unbegründet und unmoralisch", betonte er. "Wir sind zu noch mehr Zusammenarbeit bereit. Wir werden alles uns Mögliche tun, um zu beweisen, dass wir keine Massenvernichtungswaffen haben", kündigte Aziz an.

In Damaskus erklärte der irakische Außenminister Naji Sabri, mit dem Verbot von Massenvernichtungswaffen habe der Irak alle Forderungen der UNO-Resolution 1441 erfüllt. Sabri unterstrich seinerseits die volle Kooperation seines Landes mit dem UNO-Sicherheitsrat. Den USA warf er vor, den Irak auch dann angreifen zu wollen, wenn Bagdad alle UNO-Resolutionen erfüllt habe. Der Minister sprach von "Aggressoren", die den Irak kolonisieren wollten.

Der irakische Präsident Saddam Hussein hatte am Freitag wenige Stunden vor der entscheidenden Sitzung des Weltsicherheitsrates per Dekret die Produktion und Einfuhr von Massenvernichtungswaffen verboten. Zugleich erklärte er, dass sich sein Land derzeit nicht in Besitz derartiger Waffen befinde. (APA/Reuters/dpa)

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