Die Glanzrolle des Boris Nemsic

17. Februar 2003, 12:40
1 Posting

Zum zweiten Mal stand der Generaldirektor der mobilkom austria als Hauptdarsteller vor der Kamera. In seiner eigentlichen Glanzrolle als Unternehmenskapitän richtet Boris Nemsic die Scheinwerfer auf Kunden und Mitarbeiter.

Samstagabend (15.2.2003) hatten die neuen Imagespots der mobilkom austria bei ORF und ATV Premiere. Nach Starregisseur Wim Wenders (Der Himmel über Berlin) war diesmal Regielegende Robert Altman (M.A.S.H., Nashville, Short Cuts) federführend.

Hinter den Kulissen zogen Elisabeth Mattes, Head of Corporate Communications bei mobilkom austria, und Jani Newrkla, der für die Konzeption der Kampagne zuständige Gründer der Werbeagentur Bluetango, die Fäden, um aus der Vision der hochkarätigen Hollywood-Importe Realität werden zu lassen.

Der Generaldirektor der mobilkom austria und COO Wireless Telekom Austria mimt einen gestressten Manager, der es dank moderner Kommunikationsinstrumente doch noch rechtzeitig zur Ballettvorstellung seiner Tochter schafft. Die Hauptaussage "Die mobile Kommunikation schenkt Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben" - ist zugleich das Credo des Hauptdarstellers Boris Nemsic.

Zeit schenken

",Alles kannst du dir kaufen, nur nicht die Zeit', hat schon meine Großmutter zu mir gesagt. Wir arbeiten Tag für Tag daran, Menschen mit mobiler Kommunikation Zeit für die wichtigen Dinge schenken zu können", konstatiert Nemsic. Und erklärt seine Motivation mitzuspielen: "Ich glaube fest daran, dass wir unseren Kunden mit einfachen und nützlichen Lösungen helfen können, Zeit im Alltag und im Berufsleben zu sparen. Diese Überzeugung möchte ich auch durch mein persönliches Engagement im Spot zum Ausdruck bringen."

Mit solcherlei Spots will das Unternehmen laut Mattes Werte wie Individualität, Emotionalität, Menschlichkeit und eine positive Zukunft mit der eigenen Marke verknüpfen und zeigen, "dass es auch seine gesellschaftliche Verantwortung ernst nimmt".

Wer sich solche Meriten auf die Fahnen heftet, braucht eine Galionsfigur, die diese Werte nicht nur nach außen kommuniziert, sondern auch nach innen lebt. Die scheint man in dem 45-jährigen Unternehmenskapitän gefunden zu haben, dessen Sympathiewerte über die Branche hinaus für einen Topmanager ungewöhnlich hoch sind.

Strategie statt Status

Zur Beliebtheit des Diplomingenieurs (TU Sarajewo) und Doktors (TU Wien) der Elektrotechnik trägt bei, dass Hierarchie und Status - Dienstwagen "Smart" - ihm weniger bedeuten, als Zielerreichung durch Konsens im Team - mit dem er sich großteils duzt - und Mitbewerber-Distanzierung durch intelligente Strategie.

Nemsic, der seine eigene Karriere nicht geplant hat und meint, zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein, baute 1997 als Teamleiter beim ersten Auslandsengagement der mobilkom in nur acht Monaten eine 300-köpfige Belegschaft auf; nach der Ersteigerung der zweiten GSM-Lizenz in Kroatien, avancierte er zum Chef von VIP-NET Croatia, dem nunmehrigen Marktführer des Landes. Der gebürtige Kroate schätzt als Mitarbeiter "Leute mit Rückgrat, denen sein Unternehmen als Arbeitgeber Mentor und Partner sein will. Als Chef ist er überzeugt, "dass Menschen, die auch Zeit fürs Privatleben haben, auf Dauer besser im Job sind".

Seine aktuellen Herausforderungen sieht der Vielreisende "in der Sicherung von "organisational excellence", in der Schaffung echter Vorteile für die Alltagsgestaltung durch die dritte Mobilfunkgeneration und in der Wertsteigerung seines Unternehmens unter anderem durch globale Partnerschaften". Nemsic, der in seinem Unternehmen bereits emsig für flachere Strukturen gesorgt hat, setzt dabei auf Querdenker und Wissensvernetzung: "Das gemeinsame Ergebnis zählt, nicht die Erreichung individueller Ziele", macht der Teamplayer, der früher als Handballspieler den Tormann gab, der Belegschaft unmissverständlich klar. "Man muss den gleichen Mindset haben und damit an einmal definierte Ziele herangehen." - Von Klonen seiner selbst will der Unternehmenskapitän aber nicht umgeben sein.

Multi-Tasking

Wie Nemsic mit der sich ständig schneller drehenden Tempospirale fertig wird? "Ich bin ein absoluter Multi-Tasking-Mensch. Ich sehe mich in der Lage, mehrere Dinge gleichzeitig zu machen", antwortet der zweifache Vater.

"Kinder leben im Jetzt und wollen alles sofort. Das ist im Geschäft nicht immer möglich. Aber", so der Topmanager, "ein Liebes-SMS lässt sich jederzeit diskret nach Hause senden." - Und liefert den Nachweis seiner Kernkompetenz: Während des Interviews hat er drei SMS versendet, ohne den geringsten Eindruck mangelnder Aufmerksamkeit vermittelt zu haben. (DER STANDARD, Printausgabe, 15./16.2.2003, zug)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Nemsic (li.), der sich als Mime unter der Regie Altmans (re.) behauptete, setzt im Unternehmen auf flache Hierarchien, Teamgeist und Vernetzung

Share if you care.