"Wahnsinnig viele Ideen"

16. Februar 2003, 21:17
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Leopold Museum: Peter Weinhäupl wird kaufmännischer Direktor

Wien - Seine Zufriedenheit mit Helga Zechtl, die Rudolf Leopold im Juli 1999 als kaufmännische Direktorin - und Nachfolgerin von Claus Albrecht Schröder (nun Chef der Albertina) - durchgeboxt hatte, schwand schon bald. Denn Zechtl widersetzte sich, weil sie sich für die finanzielle Gebarung zuständig fühlte, dem musealen Leiter des Leopold Museums. Und schon bald wurde Zechtl abmontiert: Christian Meyer, Direktor des Schönberg-Centers, übernahm als Vorstandsmitglied deren Tätigkeitsbereiche.

Nun aber - die Position ist bereits seit Juli 2002 vakant - gibt es wieder einen eigenen kaufmännischen Direktor: Der Vorstand beschloss am Mittwoch einstimmig, den 40-jährigen, aus Vöcklabruck gebürtigen Betriebswirt Peter Wein- häupl, bisher Assistent von Meyer, mit 1. März für zunächst drei Jahre zu bestellen.

Gegenüber der APA sagte Weinhäupl, er sehe seine ersten Herausforderungen darin, den "einmaligen" Deckungsgrad von rund 50 Prozent und die "sensationelle" Besucheranzahl des Eröffnungsjahres 2001/2002 von 360.000 zu halten. (Anzumerken ist, dass man 1994, als die Republik die Gründung der Stiftung Leopold beschloss, von 600.000 Besuchern jährlich und einem weit höheren Deckungsgrad ausgegangen war.)

Die Zusammenarbeit mit Rudolf Leopold gestalte sich, meint Weinhäupl, "hervorragend". Es gelte, einige der "wahnsinnig vielen Ideen", die der Sammler gebäre, zu verwirklichen und auch für Blockbuster-Ausstellungen zu sorgen, damit der "Besucheransturm" gehalten werden könne. Das Budget von rund fünf Millionen Euro sei "äußerst knapp", das Museum "wahnsinnig sparsam" unterwegs. Und Christian Meyer ergänzt, es sei ein "wahnsinniges Manko", dass man die Außenmauern des Leopold Museums im Museumsquartier nicht selbst gestalten dürfe. Das gebe es sonst nirgendwo auf der Welt. (trenk/DER STANDARD, Printausgabe, 15.02.2003)


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