Bewegung endet dort, wo der Tanz beginnt

14. Februar 2003, 20:54
posten

Impro im "Odeon Space", Labors im TQW

Wien - Serapions-Chef Erwin Piplits macht das Odeon in der Taborstraße zum temporären "Tanz.Theater.Treffpunkt": Gemeinsam mit dem kubanischen Tänzer und Choreografen Guillermo Horta vom Opus Nigrum Dance Laboratory wurde der "Odeon Space" entwickelt: ein Freiraum für heranwachsende und etablierte Bühnenkünstler, die vor Publikum kreativen Austausch praktizieren, experimentieren und kleinformatige Produktionen präsentieren.

Die Eröffnung dieser, im Laufe des Jahres fortgesetzten Programmreihe läuft unter Noli me tangere - Pero, tócame (in etwa Rühr mich nicht an - Aber berühr mich). Dass der Titel eigentlich nichts mit den präsentierten Arbeiten zu tun hat, stört keineswegs. Geboten wird ein bunt gemischtes Programm, das Gesang-, Klavier-und Tanzimprovisationen wechselweise vorstellt. Interessant daran sind vor allem die Mitwirkenden. Wenn Sebastian Prantl im Duo mit Guillermo Horta zu Morton Feldmanns Triatic memories aus dem Moment heraus improvisiert, hat man es mit einem gezielt eingesetzten Bewegungsrepertoire zweier erfahrener Tänzer zu tun.

Nicht zu unterschätzen sind die Tanzpiecen einer Mercedes Vargas Iribar oder von Ex-Staatsoperntänzer Baris Dilaver. Für hummorvolle Einlagen sorgt Mario Mattiazzo mit seiner Rotkäppchen-Persiflage. Nach diesem Auftakt macht der "Odeon Space" auf Zukünftiges neugierig.

In der Halle G des Tanzquartiers Wien (TQW) wird man zeitgleich mit den Resultaten des zweiwöchigen Labors Embody - The act of being in which one is no longer representing but simply presenting, bei dem lokale und internationale Performancekünstler unter der Leitung von Mark Tompkins zum Thema "Sexual Identity" gewerkt haben, konfrontiert. (knei/DER STANDARD; Printausgabe, 15.02.2003)


Odeon, 2., Taborstraße 10, (01) 216 51 27-20. 20.00
TQW-HalleG, 7., Museumsplatz 1, (01) 581 35 91. 20.30
Share if you care.