Angst vor neuen Grauslichkeiten

14. Februar 2003, 20:04
posten

Eine Milliarde Euro soll im Gesundheitsbereich eingespart werden - wobei die Grünen skeptisch sind, ob dieses Volumen erreicht werden kann. Mehr Geld ins System soll die bundesweite Vereinheitlichung der Krankenkassenbeiträge auf 7,2 Prozent bringen. Dadurch müssten Arbeiter, Gewerbetreibende und neue Selbstständige weniger, Angestellte, Bauern und Beamte aber mehr für Gesundheit zahlen. Der ursprüngliche - von den Grünen befürwortete - Plan, auch die Höchstbeitragsgrundlage zu erhöhen, dürfte gefallen sein. Die Grünen befürchten zu viele neue "Grauslichkeiten". Aus der Sicht des Patienten werde es "zu keinen einschneidenden Veränderungen" kommen, beschwichtigt hingegen ein ÖVP-Verhandler.

Denkbar ist, dass statt der Krankenscheingebühr ein 20-prozentiger Selbstbehalt mit Jahresobergrenze beim Arzt kommt, was den Grünen allerdings ebenfalls größtes Bauchweh verursacht. Nicht besonders goutiert wird von ihnen auch der ÖVP-Wunsch nach Ländertöpfen zur Finanzierung des Gesundheitswesens nach dem Vorarlberger Vorbild. Sie wünschen sich hingegen mehr Bundeskompetenz. Geplant sind außerdem weitere Einsparungen im Medikamentenbereich. Gleichzeitig fordern die Grünen in anderen Bereichen eine Leistungsverbesserung, etwa flächendeckend Psychotherapie auf Krankenschein. Doch neue Leistungen sind auf schwarzer Seite angesichts der Budgetnot höchst unbeliebt. (DERSTANDARD, Printausgabe, 15./16.01.2003, mon)

Share if you care.