Irak: Inspektoren- Bericht bestätigt Haltung Bagdads

14. Februar 2003, 19:08
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Abgeordneter: "Im Prinzip objektiv und ehrlich"

Bagdad - In einer ersten offiziellen Stellungnahme hat der Irak erleichtert auf den jüngsten Bericht der UNO-Chefinspektoren vor dem Sicherheitsrat reagiert. Der Bericht belegt nach Ansicht des irakischen Parlamentsabgeordneten Mohammed Musaffar el Adhami die Zusammenarbeit des Irak gemäß der UN-Resolution 1441.

"Die Berichte sind im Prinzip objektiv und ehrlich", sagte Adhami am Freitag in Bagdad. UNO-Chefinspektor Hans Blix und der Chef der Internationalen Atomernergie-Organisation (IAEO), Mohamed El Baradei, hätten gezeigt, "dass Colin Powells Anschuldigungen ohne Grundlage sind".

Die Waffenkontrollore der Vereinten Nationen haben nach Angaben von Blix in Irak bisher keine Massenvernichtungswaffen gefunden. Nach der Vorlage des mit Spannung erwarteten neuen Berichts im Weltsicherheitsrat sprachen sich unter anderen Frankreich und China für eine Fortsetzung der Inspektionen aus.

Blix äußerte in der vom deutschen Außenminister Joschka Fischer geleiteten Sitzung in New York zugleich Zweifel an der Darstellung von US-Außenminister Colin Powell, wonach der Irak in Vorbereitung auf die Inspektionen die verdächtigen Stätten leer geräumt haben soll. Blix bemängelte, dass Bagdad über zahlreiche verbotene Materialien noch keine Rechenschaft abgelegt habe. Dies dürfe jedoch nicht zu der Schlussfolgerung führen, dass die Materialien auch existierten. Ein Team von Experten sei zu dem Ergebnis gekommen, dass Irak noch über Raketen mit einer Reichweite über den zulässigen 150 Kilometern verfüge, sagte Blix weiter.

El Baradei erklärte, es gebe keine Hinweise, dass Irak sein Atomprogramm wieder aufgenommen habe. Die Zahl der Inspektoren und sonstigen Mitarbeiter solle erhöht werden. Um ihre Mission abzuschließen, seien die Rüstungskontrolleure jedoch nicht auf die volle Kooperation des Irak angewiesen. (APA/AP)

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