Klonen

14. Februar 2003, 18:50
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Edinburgh - Als Klonen bezeichnen Wissenschafter die Produktion identischer Lebewesen mit biotechnischen Methoden. Das ist bei Pflanzen, Tieren und Menschen möglich. Im Fall des Klonschafs Dolly hatten schottische Forscher erstmals ein ausgewachsenes Säugetier auf diese Weise vermehrt.

Dazu wird das Erbgut einer "erwachsenen", ausdifferenzierten Zelle eines Tieres wieder in einen Embryo-Zustand zurückversetzt. Genau diesen Schritt hielten die meisten Biologen früher für unmöglich. Dazu hungern die Forscher zunächst die Zellen aus. Danach wird das Erbmaterial der Zellen in die entkernte, unbefruchtete Eizelle eines zweiten Tieres eingebracht. Der so entstandene Embryo wird schließlich von einem dritten Tier ausgetragen. Das geborene Tier gleicht dem Gen-Spender.

Sensationstier

In der Tierzucht wird das Klonen schon lange direkt im Embryostadium vorgenommen. Von den Zellen, die aus den ersten Teilungen der befruchteten Eizelle hervorgehen, kann sich jede zu einem vollständigen Tier entwickeln. Werden diese Zellen künstlich getrennt, entstehen gleichartige Nachkommen - wie es auf natürlichem Wege bei eineiigen Zwillingen der Fall ist.

Die Forscher um Ian Wilmut vom Roslin-Institut in Edinburgh hatten das damals sieben Monate alte Schaf Dolly im britischen Fachmagazin "Nature" vom 27. Februar 1997 präsentiert. Britische Sonntagszeitungen hatten die Fachveröffentlichung jedoch nicht abgewartet und bereits am 23. Februar darüber berichtet. Ihnen folgten Medien in der gesamten Welt. (APA)

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