US-Handychiphersteller Qualcomm zielt auf Europas UMTS-Markt

14. Februar 2003, 14:42
posten

20 Prozent Marktanteil angestrebt - 55 Lizenzpartnerschaften für UMTS - Aber heuer noch keinen UMTS-Massenmarkt erwartet

Rechtzeitig zur bevorstehenden Einführung der dritten Mobilfunkgeneration (3G) in Europa steigt der bisher auf den Asien und Nordamerika fokussierte US-Handychiphersteller Qualcomm in den europäischen UMTS-Markt ein. Der Marktanteil von Qualcomm bei dem in Asien und Nordamerika etablierten Handystandard CDMA liege derzeit bei 85 Prozent, in Europa wolle man auf 20 Prozent Marktanteil kommen, hieß es heute, Freitag, bei einem Pressegespräch in Wien.

Parnterschaften

Qualcomm habe bisher weltweit mehr als 55 Lizenzpartnerschaften für die dritte Handygeneration UMTS mit allen namhaften Handyherstellern geschlossen, u.a. mit Alcatel, Ericsson, Motorola, Nokia, Samsung und Siemens, berichteten Qualcomm-Senior Vice President für Marketing, Jeffrey Belk, und Vice President für Marketing, John Beale. Während einige große Handyhersteller wie Nokia und Samsung ihre Handychips teils noch selbst anfertigen, haben viele andere die Chipproduktion an Hersteller wie Qualcomm bereits ausgelagert.

Für die Entwicklung von UMTS-Chips nütze man das Know-how und die Erfahrungen, die man bereits in Asien bei der Einführung der dritten Mobilfunkgeneration gewonnen habe, betonte Beale. Damit wolle man wesentlich dazu beitragen, dass UMTS in Europa schneller ein kommerzieller Erfolg werde. "Wir haben gesehen, dass Handys der dritten Generation nicht unbedingt teurer sind als die der zweiten Generation", sagte Beale.

Faktoren

Erfolgsfaktoren für die dritte Mobilfunkgeneration seien eine ausreichende Netzabdeckung, die Verfügbarkeit von verschiedensten Handys, hohe Datenübertragungsraten, verschiedenste Inhalte wie Spiele, Informationen und das Versenden von Nachrichten für den zu erwartenden Massenmarkt sowie bezahlbare Preise, meint Beale. Einen UMTS-Massenmarkt erwartet Qualcomm in Europa nicht so bald: "Mehr als eine knappe Million UMTS-Handys wird es bis Ende 2003 in Europa nicht geben".

Qualcomm ist nicht nur reiner Handychiphersteller, sondern entwickelt in Kooperation mit Handyherstellern, -betreibern und Content-Lieferanten Handystandards mit verschiedensten Diensten und Anwendungen. Bei Chips für den neben GSM zweiten großen etablierten Handystandard der zweiten Generation, CDMA, ist Qualcom mit bisher 725 Mio. ausgelieferten Chips weltweiter Marktführer. Per Ende September 2002 gab es weltweit rund 135 CDMA-Mobilfunkkunden, der Standard CDMA ist vor allem in den USA, Kanada, Japan, Südkorea, China und Indien etabliert.

Hinten nach

Europa hinkt bei der Entwicklung der dritten Mobilfunkgeneration UMTS den asiatischen Ländern und Amerika hinterher. Während europäische Mobilfunkbetreiber derzeit emsig am Aufbau der UMTS-Netze arbeiten, wird die dritte Mobilfunkgeneration - basierend auf dem CDMA-Standard - weltweit bereits in 17 Ländern von 35 Mobilfunkbetreibern kommerziell angeboten, per Ende November 2002 gab es bereits 26 Mio. Handykunden, die über diese dritte Mobilfunkgeneration telefonierten. Weltweit sind bereits rund 220 CDMA-Handymodelle der dritten Generation von 50 verschiedenen Herstellern am Markt. (APA)

Share if you care.