Lucent dreht an der UMTS-Geschwindigkeitsschraube

16. Februar 2003, 10:35
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Bell Labs-Chips ermöglicht Signal-Decodierung bis 24 Mbps

Die zu Lucent gehörenden Bell Labs wollen mit Hilfe haben einen Chip vorgestellt, der Übertragungsraten bei UMTS-Verbindungen von bis zu 24 Mbps erlaubt. Dieser Wert entspricht einer Verzehnfachung der Übertragungsleistung gegenüber der gegenwärtigen UMTS-Technologie. Der Chip unterstützt die Fehlerkorrektur bei der Übertragung und soll in Europa erstmals in der kommenden Woche auf dem 3GSM-Congress 2003 in Cannes präsentiert werden.

Vergabe

Die Lösung ist für Mobiltelefone vorgesehen und soll nach dem Willen von Lucent an die Handyproduzenten in Lizenz vergeben werden. Der Chip entspricht dem "High Speed Downlink Packet Access"-Standard (HSDPA) einer Erweiterung des UMTS-Standards. Die hohe Übertragungsleistung wird durch die Implementierung von "Turbo Codes" in den Chip erreicht. Die Software unterstützt die Fehlerkorrektur beim Empfang der Signale, indem zu jedem Datenblock einige redundante Bits hinzugefügt werden. Diese zusätzlichen Bits unterstützen den Decoder bei der fehlerlosen Rückübersetzung des Signals beim Empfänger. Der Chip kann dabei automatisch für unterschiedliche Blockgrößen konfiguriert werden.

Korrektur

"Turbo Codes erlauben die Fehlerkorrektur bei Übertragungs-Geschwindigkeiten nahe dem theoretischen Limit, das von der Informationstheorie postuliert wird", erklärte Ran Yan, Vice President für Wireless Research bei den Bell Labs. "Unser Turbo-Decoder-Chip ist beinahe das schnellste was für ein mobiles System möglich ist." Die angesprochene Informationstheorie von Claude Shannon basiert auf einem mathematischen Modell, das die höchstmögliche Geschwindigkeit einer Kommunikationsübertagung festlegt. Die Übertragungsleistung wird dabei von der Fähigkeit begrenzt, die ursprüngliche Nachricht bei Empfänger zu rekonstruieren.

BLAST

Entwickelt wurde das System von Lucents Forschungsteam in Australien, das auch die Bell Labs Layered Space Time (BLAST) entwickelt hat. Diese Technologie erlaubt die bessere Ausnutzung des Frequenzspektrums und steigert die theoretische Übertragungsleistung in UMTS-Netzen auf 19,2 Mbps. Für die Architektur des HSDPA-Systems wählten die Forscher eine parallele Struktur, die einen hohen Datendurchsatz bei geringer Taktfrequenz erlaubt. Damit wird vor allem der Stromverbrauch des Systems gesenkt. (pte)

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