Nach Schütteltrauma stirbt fast ein Fünftel der Kleinkinder

14. Februar 2003, 14:08
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Zwei Drittel der Überlebenden tragen Langzeitschäden davon

London - Jedes fünfte Kleinkind, das mit einem Schütteltrauma in ein Krankenhaus eingeliefert wird, erliegt seinen Verletzungen. Zwei Drittel der überlebenden Kinder tragen Langzeitschäden davon, wie eine kanadische Studie nach einem Bericht des "British Medical Journals" ergab.

Die Wissenschafter prüften die Daten von 364 Kleinkindern, die mit Schütteltrauma in elf kanadischen Kliniken eingeliefert wurden. 19 Prozent der Kinder starben an den Verletzungen. Von den Überlebenden trugen 65 Prozent Sehprobleme davon, und 55 Prozent behielten bleibende neurologische Schäden zurück.

Nackenmuskulatur nicht ausgeprägt

In der Studie wurden Kinder bis zu einem Alter von fünf Jahren berücksichtigt. Das Durchschnittsalter betrug knapp fünf Monate. Bei sechzig Prozent der Kinder waren bereits zuvor Hinweise auf Misshandlungen bekannt.

Ein Schütteltrauma entsteht, wenn Kinder am Oberkörper oder an den Oberarmen gehalten und dabei so geschüttelt werden, dass der Kopf nach vorne nach hinten schwingt. Kleinkinder reagieren darauf besonders empfindlich, weil ihr Kopf einen großen Teil der Körpermasse ausmacht und die stabilisierende Nackenmuskulatur noch wenig ausgeprägt ist. (APA/AP)

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