Besser Sehen mit fetalem Gewebe-Transplantat

14. Februar 2003, 13:50
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Londoner Forscher beantragten Lizenz für weitere Operationen nach vielversprechenden Erfolgen

London - Mit der Transplantation von fetalem Augengewebe haben US-Wissenschafter das Sehvermögen zweier Patienten mit einer schweren Augenkrankheit verbessert. Das Wissenschaftsmagazin "New Scientist" beschreibt den Fall einer 63-jährigen Frau, die an Retinitis Pigmentosa in fortgeschrittenem Stadium litt und auf dem linken Auge fast blind war.

"Jetzt kann ich damit Augen, Nase und Mund von Menschen auf der anderen Seite des Zimmers erkennen", sagte die Frau ein Jahr nach dem Eingriff. Die Forscher haben eine Lizenz für weitere Operationen beantragt.

Immunsystem nimmt fetale Zellen besser an

Die Chirurgen der Universität von Louisville im US-Bundesstaat Kentucky setzten hinter der erkrankten Netzhaut eine zwei Millimeter große Gewebeschicht ein, die sowohl Epithelzellen als auch die lichtempfindlichen Zapfen und Stäbchen enthielt. Fetale Zellen bieten unter anderem den Vorteil, dass sie besser vom Immunsystem angenommen werden.

Im Tierversuch bildete das verpflanzte Gewebe auch Verbindungen zu anderen Zellen. Trotz des Erfolgs warnen Experten in dem Bericht vor verfrühten Hoffnungen. So ist noch unklar, ob die Besserung des Sehvermögens nur ein kurzzeitiger Effekt ist. An der erblich bedingten und zu Blindheit führenden Retinitis Pigmentosa leidet in den westlichen Industrieländern einer von 3.500 Menschen. (APA/AP)

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