Schlechte Nachricht für Abnehmende

14. Februar 2003, 13:29
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Gedämpfte Hoffnungen in "Wundermittel" - Hormon Leptin führt nicht automatisch zu Gewichtsverlust

Melbourne - Australische Wissenschafter haben die überschwänglichen Hoffnungen in ein neues Mittel gegen Übergewicht gedämpft. Die Forscher der Universität Melbourne fanden heraus, dass das Hormon Leptin nicht automatisch zu Gewichtsverlust führt. Das Hormon wird derzeit in verschiedenen klinischen Versuchsreihen weltweit an Übergewichtigen erprobt.

Leptin wird von den Fettzellen des Körpers gebildet und fungiert im Gehirn als Appetitzügler. Studien hatten ergeben, dass das Hormon in hohen Dosen bei Ratten und Mäusen den Appetit zügelte und Gewichtsverlust verursachte.

Ratten nach vierzehn Tagen wieder fett

Die australischen Forscher prüften nun, ob Leptin den Gewichtsverlust auch aufrecht erhält, und setzten erstmals niedrige Dosen ein. Sie setzten Ratten auf eine Diät, verabreichten ihnen anschließend Leptin und stellten fest, dass die Tiere nach 14 Tagen ihr altes Gewicht wiedererlangt hatten.

Die Forscher nehmen an, dass das Gehirn einen Sättigungspunkt für das Hormon hat. "Übergewichtige Menschen produzieren bereits so viel Leptin, dass das Gehirn möglicherweise zusätzlich eingehendes Leptin gar nicht mehr wahrnimmt", vermutet Forschungsleiterin Elena Vekoska.

"Nur ein Faktor"

Die Wissenschafterin Margaret Morris glaubt, dass Leptin nur einer von vielen Faktoren für die Regulierung des Körpergewichts ist. Von Nutzen sei das Hormon jedoch für Menschen, die auf Grund eines fehlenden oder defekten Gens kein Leptin bilden könnten. Für den Rest der Bevölkerung sei Leptin aber vermutlich von geringer Bedeutung. (APA/AP)

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