Oscar-Akademie: Kein Platz für Kriegskritiker

14. Februar 2003, 12:34
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Keine Stellungnahme für den Kriegsfall

Los Angeles - Die Veranstalter der Oscar-Zeremonie haben sich bis jetzt nicht zu den Auswirkungen eines drohenden Krieges auf die Trophäenvergabe geäußert. Dem Fachblatt "Variety" zufolge macht die Academy of Motion Pictures Arts & Sciences keine Angaben zu einer möglichen Verschiebung der für den 23. März in Hollywood geplanten Show. Dem Informationsdienst "ZAP2It" zufolge sorgen sich die Veranstalter jedoch um Schauspieler und Gäste, die ihren Auftritt als Sprachrohr für ihre politischen Ansichten nutzen könnten.

Kriegskritiker nicht eingeladen

Stars wie Sean Penn, Susan Sarandon, Dustin Hoffman, George Clooney und Richard Gere, die sich öffentlich gegen einen Krieg ausgesprochen haben, seien bis jetzt nicht zu der Show eingeladen worden, meldet "ZAP2IT". Eine Sprecherin der Akademie bestätigte am Donnerstag der Deutschen Nachrichten-Agentur dpa, dass diese Schauspieler derzeit nicht als Mitwirkende eingeladen sind. Dawn Newell stritt aber einen möglichen Zusammenhang mit den politischen Ansichten und Aktivitäten der Stars ab. Bis zu einer Woche vor der Oscar-Verleihung werde die Akademie noch Präsentatoren aussuchen und bekannt geben, sagte die Sprecherin. In den letzten Wochen wurde bereits die Teilnahme von Stars wie Denzel Washington, Halle Berry, Jennifer Lopez, Will Smith, Renee Zellweger und Meg Ryan angekündigt. Zu den Kriterien für die Auswahl der Gäste wollte sich die Akademie aber nicht äußern.

In der 75-jährigen Geschichte des Oscars musste die Show erst drei Mal verschoben werden. Im Jahr 1938 führte eine Überflutung zur Absage der Zeremonie. 1968 wurde die Trophäenvergabe nach der Ermordung von Martin Luther King um zwei Tage verschoben. 1981 brachte das Attentat auf den damaligen Präsidenten Ronald Reagan eine eintägige Verzögerung. Insider in Hollywood gehen davon aus, dass die Oscar-Show im Falle eines US-Angriffs auf den Irak Mitte März um maximal zwei Tage verschoben werden könnte. Im Jahr 2001 wurde die Verleihung der Emmy-Fernsehpreise nach den Terrorangriffen auf New York und Washington kurzfristig von September auf Oktober verlegt.

(APA)

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