Neue Computer-Geräte für die mobile medizinische Betreuung

14. Februar 2003, 11:56
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Daten werden zentral verwaltet, Zugriff auf die Daten ist ortsunabhängig

Wien - Der sozialmedizinische Sektor gilt als sicherer Wachstumsmarkt für "Mobile Computing" und stand daher bei der am Donnerstag zu Ende gegangenen Wiener IT-Messe Exponet hoch im Kurs. Mögliche Anwendungen und spezielle Bedürfnisse an Geräte für dieses Anwendungsgebiet skizzierte Michael Nebel, Projektmanager bei der Solo EDV Beratung, in einem Fachvortrag zum Thema "Mobile Computing Lösungen für den sozialmedizinischen Einsatz".

"Mobile ärztliche Betreuung besteht aus zwei Teilen: der zentralen Verwaltung von Daten aller Art und dem ortsunabhängigen Zugriff darauf", erklärte Nebel. Gerade bei Großunternehmen mit komplexen IT-Strukturen seien so genannte "Webdienste", also über das Internet aufrufbare Programme zur Datenverwaltung, die einzig gangbare Lösung. Um die Sicherheit vertraulicher Informationen zu garantieren, erfolge die Übertragung selbstverständlich in verschlüsselter Form.

Anwender bekommt wenig mit

Der Anwender bekomme von diesen komplizierten technischen Hintergründen wenig mit, so Nebel, denn für die Benutzeroberfläche mobiler Geräte gelte Bedienfreundlichkeit als oberstes Gebot. Ohne sinnvolle Zusammenfassung der Daten, Vermeidung unnötiger Klicks und Tastatureingaben werde effizientes Arbeiten unmöglich. Die Funktionalität müsse sich dabei an den Bedürfnissen der User orientieren und jederzeit anpassbar sein.

Äußerst wichtig sei die Anforderung, auch ohne Internetverbindung Daten eingeben zu können, betonte Nebel. Denn gerade im medizinischen Bereich komme es oft auf wenige Minuten an. Stehe also einmal kein Weg zum Datenabgleich zur Verfügung, ersetzen lokale Komponenten die Webdienste. Ein Synchronisationsagent sorge dafür, dass die Daten später korrekt mit beliebigen zentralen Datenbanken abgeglichen werden können. Natürlich gebe es auch die Möglichkeit des "Remote Computing" um via Fernzugriff auf anderen Rechnern zu arbeiten -allerdings wieder mit der Crux der mangelnden Offline-Tauglichkeit.

Krankheitsverläufe einfacher nachvollziehenB

Der Arzt profitiert Nebel zufolge mehrfach von der digitalen Arbeitsweise - nicht nur durch die Termin-, Aufgaben- und Adressverwaltung mit dem Organizer. Neben dem Hauptvorteil der einheitlichen Datenhaltung, die Redundanzen vermeiden und Fehler verringern soll, könne er auf ältere Werte im Archiv zugreifen und so beispielsweise Krankheitsverläufe einfacher nachvollziehen. Sämtliche Diagnosen würden protokolliert und seien später abrufbar. Auch von Dritten getätigte Änderungen der Einträge ließen sich auf einfache Weise anzeigen. Wenn nötig, könnten sogar Status und Standort von Kollegen ermittelt werden.

Auch für den Patienten können sich Verbesserungen ergeben: So würde es ihm in Zukunft möglich sein, an Ort und Stelle digital seine Unterschrift zu leisten, um Beratungen oder Befunde zu bestätigen. Über Hardware-Erweiterungen bleibe das System künftigen Entwicklungen gegenüber offen, so Nebel, und sei für weitere Aufgabengebiete gerüstet. (APA)

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