Unglücksursache: Ein Leck

14. Februar 2003, 12:08
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Ungewöhnliche Hitze-Entwicklung im Inneren - Ausfahren der Räder als Unglückstheorie verworfen

Washington - Die US-Raumfähre "Columbia" hat vor ihren Absturz offenbar einen Bruch in ihrer äußeren Hülle erlitten. Wie die Ermittler am Donnerstag erläuterten, wurde es erst dadurch möglich, dass extrem überhitzte Luft in den linken Flügel und vermutlich auch in das Fahrgestell gelangte. Demnach hätte eine beschädigte Kachel des Hitzeschildes nicht ausgereicht, um die ungewöhnlich hohen Temperaturen zu erzeugen, die im Inneren des Space Shuttles kurz vor seinem Auseinanderbrechen am 1. Februar registriert worden waren.

Den Ermittlern zufolge wurde schon einige Zeit vor der Katastrophe ein starker Temperaturanstieg im Fahrgestellbereich um etwa dreißig Grad festgestellt. Dies sei auf das Vorhandensein von so genanntem Plasma zurückzuführen - überhitzter Luft mit einer Temperatur von etwa 2.000 Grad. Diese könne sich aber nicht im Shuttle selbst entwickelt haben, sondern müsse von außen eingedrungen sein.

Am linken Flügel

Wo das vermutete Leck aufgetreten sein könnte, sei vorerst unklar, erklärte James Hartsfield, ein Sprecher der US-Raumfahrtbehörde NASA. Man vermute es jedoch am linken Flügel, in der Öffnungsklappe des Radkastens oder auch am Rumpf auf der linken Seite. Dagegen wiesen die Ermittler Spekulationen zurück, die Landungsräder könnten beim Eindringen in die Erdatmosphäre fälschlicherweise ausgefahren worden sein.

Wäre dies bei einer Geschwindigkeit von rund 20.000 Stundenkilometern in einer Höhe von sechzig Kilometern geschehen, hätten die Hitze ebenso wie der Luftwiderstand die Räder zerfetzt und vermutlich zu einem schnelleren Auseinanderbrechen des Shuttles geführt, erklärten die Experten. Man hätte dann aber nicht mehr für eine ganze Weile überhöhte Temperaturen registrieren können.

Kein ausgefahrenes Rad

Zuvor hatte die NASA mitgeteilt, ein Messgerät habe 26 Sekunden vor der Katastrophe ein ausgefahrenes Rad angezeigt. Man sei jedoch überzeugt, dass es sich hierbei um einen Fehler handele, hieß es später. Zwei weitere Messgeräte hätten das Gegenteil angezeigt. (APA/AP)

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