US-Wirtschaft setzt auf "Post-Irak"-Phase

14. Februar 2003, 12:18
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Konjunkturforscher kalkulieren im Fall eines Waffengangs gegen den Irak ein deutlich verbessertes Wachstum von 3,5 Prozent

Washington - Die US-Wirtschaft dürfte einer Umfrage unter führenden Konjunkturforschern zufolge im zweiten Halbjahr 2003 - nach Abschluss eines Irak-Kriegs - um gut 3,5 Prozent wachsen. Eine am Freitag veröffentlichte Umfrage der National Association for Business Economics (NABE) ergab weiter, dass für das Gesamtjahr 2003 lediglich mit einem Wachstum von 2,7 Prozent gerechnet wird.

Die Volkswirte sind NABE zufolge optimistisch, dass der Irak-Konflikt bis zur Jahresmitte ohne große finanzielle Belastungen für den Bundeshaushalt gelöst sein wird. Dann sei der Weg für einen Rückgang der Ölpreise und eine zukunftsorientierte Planung der Unternehmen frei.

Nach Einschätzung der befragten Volkswirte wird das US-Haushaltsdefizit geringer ausfallen als von der Regierung Bush prognostiziert. Unter Berücksichtigung von Steuersenkungen, die der Kongress möglicherweise 2003 beschließt, und der voraussichtlichen Kosten für einen Irak-Einsatz sei im Fiskaljahr ein Defizit von 277 Mrd. Dollar (257 Mrd. Euro) zu erwarten verglichen mit 158 Mrd. Dollar 2002. Die Regierung hat - ohne Berücksichtigung der Kosten für den Irak-Konflikt - einen Rekordfehlbetrag von 300 Mrd. Dollar in Aussicht gestellt.

Dabei sind die Befragten mehrheitlich der Ansicht, dass das von Bush geplante Steuersenkungsprogramm nur nach deutlichen Anpassungen gebilligt werden dürfte. Sollte das Programm ohne Änderung verabschiedet werden, würde dies ihrer Einschätzung zufolge das Wirtschaftswachstum 2003 um 1,0 Prozentpunkt steigern. Für die Entwicklung der Unternehmensgewinne zeigten sich die Volkswirte bei der Umfrage weniger optimistisch als vor drei Monaten. Sie prognostizieren für 2003 nur noch ein Plus von 10,3 Prozent, während sie vor drei Monaten noch einen Anstieg um 15 Prozent erwartet hatten.

Die Verbraucherausgaben werden ihrer Einschätzung nach 2003 um 2,7 Prozent zunehmen nach plus 3,1 Prozent 2002. Sollte der Irak-Krieg lange andauern, sind die Prognosen den Angaben zufolge hinfällig. (APA/vwd)

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    montage: derstandard.at
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