France Telecom baut 13.000 Stellen ab

14. Februar 2003, 17:28
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Thierry Breton macht mit Sparkurs Ernst - Mobilfunk-Tochter Orange bekommt neuen Chef

Paris - Angesichts hoher Milliardenschulden macht France-Telecom-Chef Thierry Breton beim angekündigten Sparkurs nun Ernst: In Frankreich sollten bei dem Telefonkonzern noch in diesem Jahr 7.500 Stellen gestrichen werden, kündigte Breton am Freitag im Rundfunksender Europe 1 an. Außerdem würden tausend geplante Einstellungen zunächst auf Eis gelegt. Nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen will France Telecom 2003 weltweit 13.000 Arbeitsplätze abbauen. Damit würde das Unternehmen den Großteil des bis 2006 angekündigten Abbaus von 20.000 Arbeitsplätzen noch in diesem Jahr vollziehen.

Der größte Teil der Stellenstreichungen soll durch vorzeitigen Ruhestand erzielt werden, sagte Breton. 4.100 France-Telecom-Mitarbeiter in Frankreich würden demnach schon ab 55 Jahren in Rente gehen. Der Konzernchef erklärte, Kündigungen seien nicht geplant. Weltweit hat der Konzern derzeit 220.000 Mitarbeiter, allein in Frankreich 120.000.

Führungswechsel bei Orange

Bei der Mobilfunktochter Orange, die mit knapp 17,4 Prozent an der österreichischen One beteiligt ist, wird unterdessen der Führungswechsel abgeschlossen: Der Orange-Mitgründer und bisherige Vize-Chef Graham Howe wird das Unternehmen nach elf Jahren verlassen. Am 3. März tritt der 51-jährige US-Manager Solomon Trujillo an die Spitze des Unternehmens und ersetzt den bisherigen Generalsdirektor Jean-Francois Pontal, dessen Ausscheiden schon im Dezember angekündigt worden war.

France Telecom hat Schulden von rund 70 Mrd. Euro. Die EU-Kommission prüft seit Wochen, ob die im vergangenen Jahr in Aussicht gestellten Milliardenhilfen des Staates für France Telecom rechtmäßig sind. Insgesamt geht es um neun Mrd. Euro, die dem Unternehmen aus der Schuldenkrise helfen sollten. Allein dieses Versprechen im Rücken hatte France Telecom allerdings bereits ausgereicht, um am Markt frische Milliardenkredite zu erhalten. Breton war im Herbst als Nachfolger des langjährigen Konzernchefs Michel Bon eingesetzt worden. In den kommenden Jahren will der französische Staat, der derzeit noch 56,4 Prozent der Anteile hält, seine Aktienmehrheit an dem Telefonkonzern aufgeben. (APA)

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    Sitzt auf einem Schuldenberg von 70 Milliarden Euro: France Telecom-Chef Thierry Breton.

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