"Fair-schenken"

14. Februar 2003, 12:47
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Das "FIAN"-Gütesiegel garantiert die Einhaltung von Menschenrechten und Umwelt-Standards

Wien - Zum Valentinstag sollten Blumen möglichst nur sozial- und umweltgerecht "fair-schenkt" werden. Darauf haben heute, Donnerstag, die ÖGB-Frauen und die Wiener Umweltberatung in Aussendungen hingewiesen. Empfohlen wird der Kauf von Blumen mit dem "FIAN"-Gütesiegel, das nur an Produzenten verliehen werde, die den internationalen Verhaltenskodex für die sozial- und umweltverträgliche Schnittblumenproduktion erfüllen.

Blumen aus der Dritten Welt

Vor allem in der jetzigen kalten Jahreszeit kommen die Blumen, die in Österreich erhältlich sind, laut ÖGB-Frauen aus den Ländern Afrikas und Südamerikas. Die Mehrzahl der Beschäftigten in der Produktion sind Frauen. Diese würden häufig unter prekärsten Bedingungen arbeiten. Massiver Pestizid-Einsatz, Mini-Löhne sowie die Missachtung jeglicher arbeitsrechtlicher Schutzvorschriften und sozialer Standards würden vielfach die Blumenproduktion in der Dritten Welt kennzeichnen.

Siegel

Die Kriterien für die Verleihung des Gütesiegels im Rahmen des "Flower Label Program" (FLP) sehen unter anderem die Zahlung existenzsichernder Löhne, Gewerkschaftsfreiheit, das Verbot von Kinderarbeit, aber auch die Einhaltung von ArbeitnehmerInnenschutzbestimmungen und die möglichst umweltschonende Produktion vor. Blumen, die mit dem Siegel zertifiziert sind, gibt es mittlerweile in Ländern Afrikas und Lateinamerikas, unter anderem in Kenia, Simbabwe, Ecuador und Kolumbien. Die Einhaltung des Flower Label Program wird von unabhängigen Prüfern laufend vor Ort kontrolliert.

"Das Siegel kann zwar in den Entwicklungsländern keinen Lebensstandard wie bei uns schaffen, aber zumindest menschenwürdige Arbeitsbedingungen garantieren", erklärt Lisa Sterzinger von "Brot für Hungernde". Die Organisation hat gemeinsam mit FIAN (Food First Informations- und Aktionsnetzwerk) die Koordination des FLP-Programms hierzulande über. In Österreich sind die fair produzierten Blumen mittlerweile in mehr als 50 Blumenläden erhältlich. (APA)

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