Kenia will Wahrheits- und Versöhnungskommission einrichten

14. Februar 2003, 21:22
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Neuer Präsident Kibaki nimmt sich Südafrika zum Vorbild - Kommission soll die Menschen des Landes versöhnen

Nairobi - Kenias neue Regierung unter Präsident Mwai Kibaki will eine Wahrheits- und Versöhnungskommission bilden. Nach dem Vorbild Südafrikas und Nigerias soll die Kommission Menschenrechtsverletzungen unter dem Regime des im Dezember aus dem Amt geschiedenen langjährigen Machthabers Daniel arap Moi untersuchen. "Rache, Beschuldigungen und Vergeltung werden diesem Land nicht helfen", sagte der Minister für Straßenbau, öffentliche Arbeiten und Wohnungsbau, Raila Odinga, am Donnerstagabend nach einem Besuch ehemaliger Folterkammern in der Hauptstadt Nairobi.

"Menschen dieses Landes versöhnen"

"Deshalb werden wir eine Wahrheits- und Versöhnungskommission einsetzen. Wir müssen die Menschen dieses Landes versöhnen." Odinga, der in Deutschland studiert hat, war unter der Moi-Regierung selbst zweimal als Regierungskritiker inhaftiert und gefoltert worden. Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass in den 80er und beginnenden 90er Jahren bis zu 2000 Kenianer in den Folterkellern der Regierungspartei misshandelt wurden. Viele von ihnen überlebten nicht.

Kommission nach Vorbild Südafrikas

Südafrika war der erste afrikanische Staat mit einer Wahrheits- und Versöhnungskommission. Sie sollte nach dem Ende der Apartheid die Gräueltaten des Staates untersuchen. Nach seiner demokratischen Wahl 1999 rief Nigerias Präsident Olusegun Obasanjo eine solche Kommission ins Leben, um die Verbrechen der bis dahin herrschenden Militärdiktatur aufzuklären. (APA/dpa)

  • Kenias neuer Präsident Mwai Kibaki
    foto: epa/afpi/simon maina

    Kenias neuer Präsident Mwai Kibaki

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